Conny Hermann (Hg.)

Das Recht auf Weiblichkeit

Hoffnung im Kampf gegen die Genitalverstümmelung
Cover: Das Recht auf Weiblichkeit
J. H. W. Dietz Nachf. Verlag, Bonn 2000
ISBN 9783801202859
Taschenbuch, 207 Seiten, 15,24 EUR

Klappentext

Noch immer werden Mädchen auf schreckliche Weise genital verstümmelt. In authentischen Beiträgen berichten die Autorinnen, warum Menschen in den betroffenen Ländern Afrikas an dem grausamen Ritual festhalten. Das Buch beschreibt zudem die rechtliche und soziale Situation der betroffenen Menschen in Europa, denn selbst in Deutschland werden afrikanische Mädchen verstümmelt. Solange die Verstümmelung von Mädchen gesellschaftlicher Konsens ist, können sich Einzelne nur schwer davon abwenden. Doch das Ritual wird brüchig: Das Buch gibt Einblick in viele Initiativen gegen Genitalverstümmelung im In- und Ausland, und es zeigt, in welcher Form man sich in eine fremde Kultur einmischen kann und muss.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.01.2001

Ulrike Heidenreich lobt das Buch über weibliche Beschneidung dafür, dass es aufklärt und gleichzeitig hoffen lässt, dass diese Praxis langsam verschwindet. Immerhin gebe es viele Beispiele, wonach sich ganze Dörfer bereits von der Genitalverstümmelung ihrer Mädchen abgewandt haben. Die Herausgeberin, die durch ihre Mitarbeit am ZDF-Frauenmagazin "Mona Lisa" bekannt ist, habe in ihrer Auswahl der Texte von Entwicklungshelferinnen, Völkerrechtlerinnen, ehemaligen Beschneiderinnen und anderen deutlich machen können, dass der Widerstand gegen die archaische, grausame und zudem für die Mädchen lebensgefährliche Praxis der Beschneidung "nicht aussichtslos ist", so die Rezensentin anerkennend.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.09.2000

Friederike Bauer lobt dieses Buch nachdrücklich. Dass die Beschneidung zum "Schrecklichsten" gehört, was Mädchen in unserem Jahrhundert angetan werden könne, sei zwar keine neue Erkenntnis. Doch das Buch habe das Verdienst, über das Thema zu berichten, ohne die "moralische Keule zu schwingen" und leiste damit einen entscheidenden Beitrag zur Aufklärung dieses dunklen Kapitels, so die Rezensentin beeindruckt. Durch die verschiedenen Blickwinkel der Untersuchung - ein afrikanisches Modell, eine Beschneiderin, ein aufgeklärter afrikanischer Mann u.a. kommen zu Wort - entstehe ein "vielschichtiges Bild" über Geschichte und Hintergründe der weiblichen Beschneidung. Bauer hofft abschließend, dass die Studie ein Schritt ist, diese grausame Prozedur abzuschaffen.