Gemäß der Intention der Reihe "Orient und Okzident" steht die Darstellung und Analyse der mannigfaltigen Vernetzung beider Kulturräume von der Antike bis zur Gegenwart im Fokus. Das philosophiegeschichtliche und systematische Band, welches das Gros der Beiträge eint, ist der gemeinsame Bezug der diskutierten Denker (darunter al-Fārābī, Avicenna und Thomas von Aquin) auf den Seelenbegriff des Aristoteles. Dabei stellt die aristotelische Seelenlehre in "De anima" die Basis für die nachfolgende islamisch-arabische und christliche Debatte zum Seelenbegriff dar. Die religiös-dogmatisch bedingten Differenzen im Seelenkonzept mittelalterlicher islamischer und christlicher Autoren werden dabei ebenso berücksichtigt wie die historische Perspektive, welche die wechselseitige Befruchtung mittelalterlicher, neuzeitlicher und zeitgenössischer Diskussionen deutlich macht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.08.2017
Gute Idee eigentlich, sich den Beziehungen zwischen Orient und Okzident zu widmen, findet Dirk Pilz. Die zweite Nummer der von Dagmar Kiesel und Cleophea Ferrari zu ebendiesem Zweck herausgegebenen philosophischen Zeitschrift vermag den Rezensenten allerdings nicht so recht zu beglücken. Das Thema "Seele" gehen die enthaltenen Beiträge allzu zusammenhanglos an, meint er. Wieso sich Christof Rapp etwas spröde, wie Pilz findet, mit dem Seelenverständnis bei Aristoteles befasst oder andere Texte ausgerechnet Nietzsche, Thomas von Aquin oder den arabischen Großphilosophen Avicenna in den Blick nehmen, wird dem Rezensenten nicht ersichtlich. Die Behandlung von Seelenfragen des 21. Jahrhunderts hingegen kommt Pilz hier entschieden zu kurz.
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