Angesichts von Klimawandel und gefluteten Städten Jahrhundertfluten alle drei Jahre wird offenkundig, wie wichtig die Wasserspeicherkraft naturnaher Wälder ist. Doch diese notwendigen Wälder wachsen nicht nach, weil es die hocheffektive Lobby einer winzigen Minderheit der waidgerechten Jäger schafft, ihre Belange durchzusetzen. Ein krasser Verstoß gegen die vielbeschworene Generationengerechtigkeit! Statt Wald vor Wild gilt vielerorts Wild vor Wald. Aus dem scheuen Reh ist längst ein Massentier geworden und aus dem Wald ein artenarmer Holzacker. Der Förster Georg Meister kämpft seit über 50 Jahren mutig und konsequent gegen diese Fehlentwicklung. In seinem Revier hat er beispielhaft gezeigt, wie naturnahe Wälder nachwachsen können und machte sich dadurch viele Feinde.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.11.2006
Rezensent Christian Schütze kann dieses Porträt des Försters Georg Meister besten Gewissens empfehlen. "Sarkastisch und temperamentvoll" erzählt der Umweltpublizist Claus-Peter Lieckfeld darin, was deutscher Wald und deutscher Steuerzahler diesem Streiter für den stabilen Mischwald und gegen die Jagdlobby schulden. Denn seit Hermann Görings Jagdgesetzen werde das private Jagdvergnügen subventioniert, was bedeutet, dass Hirsche und Rehe sich am Jungwald ungehindert mästen dürfen, um eine fettere Beute abzugeben, wie Christian Schütze erklärt. Georg Meister nun sei es zu verdanken, dass er sich unermüdlich für die Devise "Wald vor Wild" stark gemacht und damit Millionensummen für teure Aufforstungsarbeiten eingespart hat.
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