Die Gebirgskette zwischen Nizza und Wien ist der bedeutendste Wildnisnahraum im Herzen Europas. Gleichzeitig sind die Alpen das touristisch am intensivsten erschlossene Gebirge unseres Planeten. Kein Gebirge der Welt ist dichter besiedelt und wird intensiver wirtschaftlich genutzt. In keinem
Gebirge wird mehr Ski- und Auto gefahren. Aber Klimawandel und fortschreitende Erschließung alpiner Naturlandschaften führen unsere Berge an ihre Grenze. Machen wir weiter wie bisher - Intensivierung des Tourismus, der Industrialisierung der Bewirtschaftung -, wird dieser Lebensraum für
unsere Kinder unwiederbringlich verloren sein. Doch was wären Alternativen, die auch wirtschaftlich funktionieren würden? Unsere Alpen, das Rückgrat
Europas, brauchen einen radikalen Systemwechsel.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.10.2018
Die Alpen sind schon lange nicht mehr, was sie mal waren, wird Rezensentin Susanna Müller nach der Lektüre von "Schwarzbuch Alpen" klar. Matthias Schickhofer beschreibt in seinem Buch, wie der Tourismus und die Klimaveränderung sich auf die Landschaft der Alpen ausgewirkt haben. Die Fakten, mit denen er seine Leser aufwecken und animieren will, sind kein Geheimwissen und doch erfüllen sie ihren Zweck, findet Müller: Ihr jedenfalls wird klar, dass es so nicht weitergeht. Erfreulicherweise lässt Schickhofer sie nicht mit einfach mit dieser deprimierenden Analyse stehen, sondern schlägt Alternativen zum zerstörerischen Massentourismus vor, die der Rezensentin vernünftig und praktisch erscheinen.
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