Die Welt hat nicht nur ein Corona-Problem. Die Gefahren durch Artensterben und Klimawandel sind nach wie vor mindestens ebenso groß - und haben die gleichen Ursachen. Der renommierte Umweltforscher und Agrarökologe Josef Settele analysiert die Gründe und Folgen dieser dreifachen Krise. Er erläutert sie vor allem anhand der Insekten, deren Gefährdung beispielhaft für die der gesamten Artenvielfalt steht. Die Auslöser - eine unkontrollierte Ausbeutung der Natur, immer intensivere Landnutzung und wachsende Verstädterung, sowie ungebremste Abholzungen - sind zugleich wesentliche Ursachen für den Ausbruch von Pandemien. Der Klimawandel verstärkt diese Entwicklung und seine Auswirkungen nochmal dramatisch, die drei Komponenten der Triple-Krise befeuern sich gegenseitig. Setteles Ansatz für Wege aus der Krise ist ein umfassender, von der lokalen bis zur globalen Ebene. Ein Weiter-wie-bisher ist für ihn keine Option, sein dringender Aufruf: Nur wenn wir die Natur gemeinsam schützen, schützen wir uns auch selbst!.
Rezensent Andrew Müller folgt dem Schmetterlingsforscher und Agrarbiologen Josef Settele in Fluren und Wälder. Was ihm der Autor dort fachkundig und mit persönlicher Note zeigt und prophezeit, lässt Müller erschrecken: Sind künstlich bestäubte Pflanzen die Zukunft? So aktuell und quellensatt ihm Settele von der Bedrohung der Wildbiene berichtet und die Zusammenhänge von Klimawandel, Artensterben und Pandemien erschließt, so wenig überzeugen Müller mitunter die politischen Aussagen des Autors, die meist nur die westliche Perspektive vertreten und Soziales unbeachtet lassen, wie der Rezensent kritisiert.
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