Provenienzforschung untersucht die Herkunft und Besitzgeschichte von Kulturgütern unterschiedlichster Art. Seit jeher gehört sie zum Methodenkanon der Kunstwissenschaft, wenn es etwa um Sammlungsgeschichte oder um Zuschreibungsfragen geht. Doch erst seit den aktuellen Restitutionsdebatten ist sie als wichtige Disziplin ins allgemeine Bewusstsein gerückt. Christoph Zuschlag. Professor für Provenienzforschung in Bonn, führt umfassend und kenntnisreich in die Geschichte und Methoden eines der brisantesten Aufgabengebiete der Kunstgeschichte ein.Die Restitution von NS-Raubgut, die Entdeckung der Sammlung Gurlitt, die Debatten um Enteignungen in der DDR und in den ehemaligen Kolonien - seit einigen Jahren hat Provenienzforschung Konjunktur und steht im Zentrum des öffentlichen Interesses. Provenienzforschung schreibt Biografien - nicht von Menschen, sondern von OBjekten in ihrem jeweiligen historischen Kontext. Erstmals liegt mit diesem Buch eine profunde Einführung in dieses wichtige Aufgabengebiete der Kunstgeschichte vor. Erste umfassende Einführung in die Provenienzforschung.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 03.11.2022
Wer künftig beim Thema Restitution mitreden will, sollte dieses Buch zur Provenienzforschung des Kunsthistorikers Christoph Zuschlag gelesen haben, rät Rezensent Ingo Arend. Denn in dieser gut lesbaren Einführung zum Thema erzählt Zuschlag nicht nur die Geschichte der Provenienzforschung und klärt über Begriffe wie Translokation und Objektidentität auf, sondern er führt auch in "Unrechtskontexte" der NS- und Kolonialzeit ein, erklärt der Kritiker. Aber: Provenienzforschung "heilt" kein Unrecht, liest der Kritiker, der auch nicht ganz sicher ist, ob der von Zungenschlag ausgerufene "provencancial turn" eintreten wird.
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