Gunilla Budde

Jutta Limbach

Ein Leben für die Gerechtigkeit. Biografie
Cover: Jutta Limbach
C.H. Beck Verlag, München 2025
ISBN 9783406826634
Gebunden, 331 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Mit 36 Abbildungen. Eine Vorkämpferin der Demokratie in Deutschland. Jutta Limbach war oft die einzige Frau unter Männern und konnte gut zuhören. Unterschätzt zu werden und dann mit brillanten Beiträgen zu punkten, war ein Grundmuster ihrer Karriere als Juristin, Politikerin und Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts. Gunilla Budde zeigt in ihrer meisterhaften Biografie, wie "Jutta Courage" mit ihrem Einsatz für Gerechtigkeit die Bundesrepublik über Jahrzehnte prägte. Jutta Limbach, geboren 1934 in einer sozialdemokratischen Berliner Familie, bezog schon früh in öffentlichen Debatten Stellung, als Studentin gegen den Muff der fünfziger Jahre, in den Sechzigern gegen totalitäre und antisemitische Tendenzen der Linken. Als Berliner Justizsenatorin hatte sie es mit dem Hungerstreik inhaftierter RAF-Terroristen, Hausbesetzungen und Prozessen gegen Mauerschützen und Honecker zu tun. Am Bundesverfassungsgericht war sie Zielscheibe der öffentlichen Empörung über den Satz "Soldaten sind Mörder" und das vermeintliche Verbot von Kruzifixen in Schulen, war mit der ersten Asylrechtsreform befasst und polarisierte mit einer Rede zur Wehrmachtsausstellung. Später vermittelte sie zwischen rechtmäßigen Erben von NS-Raubkunst und widerwilligen Museen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.04.2025

Rezensent Wolfgang Janisch fühlt sich alles in allem gut informiert von dieser Jutta-Limbach-Biografie. Geschrieben hat sie die Historikerin Gunilla Budde, die, erfahren wir, Zugriff erhalten hat auf Limbachs Familienarchiv. Der Rezensent zeichnet Limbachs Karriere nach, von der Zeit als Schülerin über ein Jurastudium, bei dem sie vor allem von Ernst Eduard Hirsch beeinflusst wurde bis zur späteren Karriere als Berliner Justizsenatorin und Verfassungsgerichtspräsidentin. Janisch stellt nach der Lektüre fest, dass es Limbach stets darum gegangen war, die Bedeutung des Rechts fürs echte Leben herauszustellen, außerdem geht er auf einige andere Themen ein, die die Juristin beschäftigten, etwa die Rolle der Frau oder der Umgang mit Juristen aus der ehemaligen DDR nach der Wiedervereinigung. Auch über emanzipatorischen Mut in vergangenen Jahrzehnten lernt man einiges aus diesem Buch, meint der Rezensent mit Blick auf das rot-grüne Kabinett, dessen Teil Limbach damals in Berlin war. Ein wenig droht Budde gelegentlich, findet Janisch, in der Fülle des Materials unterzugehen, aber insgesamt ist ihr eine starke Darstellung des Lebens Limbachs gelungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2025

Eine sehr gute Biografie Jutta Limbachs mit kleinen Schwächen legt Gunilla Budde laut Rezensent Stephan Klenner hier vor. Das Leben der ehemaligen Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts wird hier, freut sich der Rezensent, in eingängiger, keineswegs akademisierter Form aufgearbeitet. Entlang der Lektüre skizziert der Kritiker Limbachs Lebensweg, von Kindheit und Jugend in einer sozialdemokratisch geprägten Familie über ein Jurastudium, das Limbach aufnahm, weil sie hoffte, im Anschluss als Journalistin zu arbeiten, bis zur Karriere als Universitätsprofessorin, Politikerin und Juristin. Am besten gefallen Klenner die Passagen zur Politikerin Limbach, wobei er kritisch anmerkt, dass Limbachs SPD-Gegenspieler von Budde nicht für dieses Buch befragt wurden, gleiches gilt für ihre konservativen Richterkollegen in der Zeit als Verfassungsgerichtspräsidentin. Insgesamt jedoch kann man, auch weil Budde die Möglichkeit hatte, Limbachs Tagebücher einzusehen, viel über wichtige politische Themen der Zeit lernen aus diesem Buch, findet der Rezensent. Insgesamt ergibt das ein dichtes und reichhaltiges, nur gelegentlich etwas einseitiges Bild, so das Fazit.