Christoph Hein

Trutz

Roman
Cover: Trutz
Suhrkamp Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783518425855
Gebunden, 477 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

"In diesen Roman geriet ich aus Versehen oder vielmehr durch eine Bequemlichkeit." Dieser Satz eröffnet eine Recherche, über das Leben zweier Familien während des vergangenen Jahrhunderts. Ein Roman also des 20. Jahrhunderts, der des Schriftstellers Rainer Trutz und der von Waldemar Gejm, einem Professor für Mathematik und Linguistik an der Lomonossow-Universität, der seit Jahren ein neues Forschungsgebiet entwickelt: die Mnemotechnik, die Lehre von Ursprung und Funktion der Erinnerung. Die partei-offizielle Gedächtnissteuerung staatlicher Stellen wird Trutz wie Gejm in den darauffolgenden Jahren zum Verhängnis: Der Deutsche wird in einem sowjetischen Arbeitslager erschlagen. Die Umschwünge der Politik des Genossen Stalin führen im Falle Gejm zur Deportation mit anschließendem Tod. Nur die beiden Söhne, Maykl Trutz und Rem Gejm, überleben und begegnen sich Jahrzehnte später, im wiederhergestellten Deutschland und machen fast dieselben Erfahrungen wie ihre Väter.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.04.2017

Judith von Sternburg richtet sich im neuen Roman von Christoph Hein gern häuslich ein. Das liegt an Heins Hang zu genauer Recherche, zu gewiefter, souveräner Konstruktion, u. a. mit Motiv-Paaren, und zu liebevoll gestalteten und interessiert begleiteten Figuren, erklärt sie. Selbst dass der Autor seine Helden hier mit wunderbar lapidarer Erzählkunst gekonnt um die Ecke bringt, kann Sternburg ihm nicht verübeln. Die Geschichte um ein nach 1933 nach Moskau emigriertes Pärchen, das versucht, im Stalinismus zu überleben, bietet Sternburg nicht zuletzt informative Geschichtslektionen. Ein großer Roman, findet sie.
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