Herausgegeben von Andreas Kilcher und Otfried Fraisse unter Mitarbeit von Yossef Schwartz. Eine umfassende deutschsprachige Darstellung jüdischen philosophischen Denkens, unter Mitarbeit von rund 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Europa, Israel und den USA. Ab 1933 ausgegrenzt und vergessen: das philosophische Denken des Judentums. In rund 180 Porträts von Autoren und Texten stellt das Lexikon das Spektrum jüdischen Denkens von der Antike bis zur Gegenwart vor. Jeder Beitrag schafft intellektuelle Profile und Interpretationen im Spiegel der jeweiligen theologischen und philosophischen Denkrichtung. Dadurch werden die Wechselwirkungen und der produktive Austausch zwischen Judentum und den griechischen, islamischen, christlichen und modernen europäischen Kulturen und Philosophien in den Blick gerückt. Dieses Lexikon liefert erstmals in deutscher Sprache eine umfassende Darstellung jüdischer Philosophen, dazu gehören: Maimonides, Abraham Abulafia, Mendelssohn, Freud, Herzl, Rathenau, Baeck, Arendt und Scholem.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2005
Als das "beste Buch", das seit 1933 zur jüdischen Philosophie geschrieben worden ist, würdigt Rezensent Friedrich Niewöhner das "Metzlers Lexikon Jüdischer Philosophen". Wie er berichtet, stellen 86 hervorragende Fachgelehrte darin Leben, Werk und Wirkung von 187 jüdischen Philosophen vor, wobei die Darstellung des Werkes der wichtigste Teil der Artikel ist. Diese sind chronologisch geordnet zwischen Philo von Alexandrien (geb. 20 v.Chr.) und Sarah Kofman (geb. 1934). Jeder Artikel enthält eine Bibliografie zu Werk und Interpretation des jeweiligen Philosophen, am Schluss des Lexikons findet sich zudem eine "weiterführende Bibliographie" zur jüdischen Philosophie. Überzeugend findet Niewöhner auch die Einleitung von Andreas B. Kilcher "Zum Begriff der jüdischen Philosophie" und Yossef Schwartz? einführenden Abriss "Zur Geschichte der jüdischen Philosophie". Beide Artikel lobt er als "grundgelehrt"; sie reflektierten jüdisches Philosophieren auf einem hohen Niveau. "Dieses informative Werk zur jüdischen Philosophie ist von jedem Studenten und Forscher, der sich mit jüdischer Philosophie beschäftigt, zu befragen", resümiert der Rezensent. "Das Lexikon ist ein Meilenstein auf dem Gebiet der Geschichte der Philosophie."
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.02.2004
Ein "Lexikon jüdischer Philosophen" ist, das stellt der sab. zeichnende Rezensent gleich fest, ein schwieriges, ein heikles Unterfangen mit evidenten Abgrenzungsproblemen. Yossef Schwartz diskutiere in einem Vorwort die Probleme und bestimme "jüdische Philosophie" als "Philosophie des Judentums". Das Lexikon geht chronologisch vor, umfasst ca. 200 Artikel, die biografische wie bibliografische Informationen bieten, informiert unser Rezensent. Perfekt findet er das Buch nicht, mancher Artikel scheint dem Rezensenten seltsam (der zu Adorno etwa), andere Denker fehlen (Simmel). Insgesamt aber "ein wichtiges Nachschlagewerk".
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