Aus dem Französischen von Lis Künzli. Endlich! Sie ist groß, sie ist geräumig, sie ist hell. Sie ist verschwenderisch eingerichtet, sie ist perfekt. Die große Wohnung, bereit Luc Gavrin mitsamt seiner Anne aufzunehmen. Aber Luc ist ein Pechvogel. Er verliert nicht nur binnen kurzem Job und Freundin, er verliert auch seine Mappe, die ihm immer Halt gab - und mit ihr den Schlüssel zur großen Wohnung. Heimatlos und einsam muß er ins Hotel - bis sein Blick im Schwimmbad auf eine Frau fällt. Sie ist einfach die Richtige. Eine wundervolle, schwangere Frau: Mit ihr wird er in seine große Wohnung einziehen. In seinen Gedanken sind sie schon ein Paar, schon ist die Wohnung umgebaut, ein Kinderzimmer drin, schon küssen und lieben sie sich. Bleiben nur noch zwei Kleinigkeiten: Luc muß seinen Schlüssel wiederfinden. Und die fremde Schwangere im Schwimmbad von ihrem künftigen Glück wissen lassen ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.08.2001
Carsten Hueck ist überrascht vom "Lob der Leere", wie er den ersten ins Deutsche übersetzten Roman des 52jährigen Franzosen betitelt, der eine Liebesgeschichte, ein "Roman über das Dasein, die Kraft des Augenblicks" sei. Es sind die Wendungen, die den Leser überraschen und das Buch zu einem "fröhlichen Balanceakt ... zwischen existenzieller Weisheit und humorvoller Unterhaltung" machen, schreibt der Rezensent. Kurze Sätze, ungelenk scheinende Konstruktionen und ernst genommene Trivialitäten schaffen ironische Distanz zu den sympathisch bleibenden Figuren, findet Hueck und freut sich, dass der Autor den Blick auf die Protagonisten immer nur so tief führt, dass ihr Wandeln durch das Leben in jedem Augenblick spannend und überraschend bleibt. Die im Titel anklingende und im Cover aufgenommene Raummetapher ist Symbol und Motiv des Romans - es gehe um das Spiel mit der Leere und um ihre Bedeutung als Projektionsfläche, schreibt Hueck und scheint traurig, dass auch dieses Buch in seiner papiernen Form ein Ende hat.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.02.2001
Der Rezensent mit dem Kürzel "lhg" kann diesem Band offenbar nicht viel abgewinnen und wundert sich sehr, dass das Buch in Frankreich mit dem Prix Médicis ausgezeichnet worden ist. Denn seiner Ansicht nach ist Osters Prosa "manieriert und tritt erzählerisch auf der Stelle", und auch an der Übersetzung lässt "lhg" kein gutes Haar: Hier kann er zwar "irgendwie die deutsche Syntax und auch deutsche Wörter" erkennen, doch deutsche Sprache sei dies deswegen noch lange nicht. Um dies zu unterstreichen, führt der Rezensent einige besonders verschwurbelte Beispiele aus dem Band an. Zwar räumt er ein, dass es immer wieder mal misslungene Übersetzungen gibt. Doch "aussichtslose Fälle wie dieser sind schon seltener", merkt er spürbar genervt an. Auch der Verlag bekommt sein Fett weg, da dieser nach "lhg" doch ein wenig mehr Sorgfalt hätte an den Tag legen können.
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