Carsten Kluth

Wenn das Land still ist

Roman
Cover: Wenn das Land still ist
Piper Verlag, München 2013
ISBN 9783492055659
Gebunden, 384 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Wie immer beginnt der Tag für Harald Kronauer um vier Uhr früh. Ein wolkenloser, heißer Tag und ein Tag, an dem ihn das Desinteresse seiner Frau Johanna ebenso begleitet wie die unbedingte Anteilnahme seiner Geliebten Martina. Sie traut ihm die Kraft und die Weitsicht für eine große politische Karriere zu, an deren Anfang aufsehenerregende Pläne zur Klimamanipulation stehen sollen. Doch der unerfahrene, schon mit der Fürsorge für drei Kinder und seinem Richteramt überforderte Kronauer begreift allzu spät, dass er von seinen politischen Freunden nicht zufällig für seine Rolle ausgewählt wurde. Beruf, Politik, seine Familie und die Geliebte alles im Leben des Richters Harald Kronauer hat seinen festen Platz. Doch an dem großen Spiel um Einfluss, Anerkennung und politische Macht droht das Gefüge seiner Welt zu zerbrechen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.01.2014

So eine schöne, aktuelle Geschichte, jenseits aller öden Erinnerungsromanliteratur - und doch ist Oliver Jungen enttäuscht von diesem Debüt von Carsten Kluth. Eine Satire auf die Klimatech-Branche zu schreiben, die Karriere eines ihrer Vertreter 24 Stunden lang zu begleiten, hält Jungen für eine tolle Idee. Zumal der Autor sich offenbar auskennt in dem Metier und der Aufbau des Buches gelungen scheint. Leider reicht das nicht für wirklich große Literatur, meint Jungen. Gebrauchsprosa der konventionellsten Art nennt er, was Kluth da stilistisch abliefert. Floskeln statt Hintergründigkeit, Schreiben auf Volkshochschulniveau, jammert Jungen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.07.2013

Ijoma Mangold hat so seine Zweifel, was die allgegenwärtigen Rufe nach einer realistischen, politischen und aktuellen Literatur angeht, die nach Möglichkeit die relevanten Themen der Gegenwart verwursten soll, weil es uns nach "existenzieller Dringlichkeit" dürstet. Macht es aber Sinn, der Literatur "die Hochtaktigkeit unserer Liveticker-Welt" abzuverlangen?, fragt sich der Rezensent. Carsten Kluth versucht mit seinem Roman "Wenn das Land still ist" genau das, verrät Mangold. Der Autor ist Berater für Politik und Wirtschaft und dank seiner "beruflichen Milieukenntnis" gelingt es ihm auch, seinen Stoff ordentlich und gewissenhaft vorzutragen, findet der Rezensent. Kluth beschreibt Lobbyisten, Touristen und den Klimawandel, die Politik- und die Medienlandschaft - aber: wäre Mangold an diesen Themen nicht so sehr interessiert, er hätte das Buch direkt wieder zugeschlagen, gibt er zu. Es lebt nur von seinem Stoff, erklärt er, und bei den wirklich Großen ist der "völlig wurscht", meint Mangold.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.07.2013

Gespür für Pointen und brisante Themen ist da, konstatiert Thorsten Glotzmann. Für die Note 1 taugt das Debüt von Carsten Kluth laut Rezensent allerdings nicht. Zu viel Hektik und Oberfläche stürmt Glotzmann aus dem Text entgegen, zu viele Themen, Schauplätze, unerhörte Begebenheiten. Zu allem Überfluss scheint ihm der getriebene Held, ein ambitionierter Richter mit allerhand familiären Problemen, auch zu sehr Workaholic und moderner Mann, dann wieder zu unscharf in der Zeichnung. So wie der Held wirkt auch der Plot auf den Rezensenten konstruiert.
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