Die Stellenwechsel haben in der Schweiz während der 1990er Jahre deutlich zugenommen - zur Zeit beläuft sich die Fluktuationsrate auf etwa 10 Prozent. In ihrer Studie, der ersten gesamtschweizerischen Arbeit zum Thema, untersuchen Fred Henneberger und Alfonso Sousa-Poza, aus welchen Gründen Arbeitnehmer/innen ihre Stelle kündigen und welche Faktoren ihren Entscheid für einen Wechsel beeinflussen. Es zeigt sich, dass der Lohn nur eine Entscheidungsvariable unter vielen ist. Weitaus mehr Bedeutung kommt zum Beispiel der Arbeitszufriedenheit zu.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.12.2002
Der Rezensent mit dem Kürzel "Nö" ist überrascht von der (im internationalen Vergleich überdurchschnittlich) hohen Frequenz, mit der in der Schweiz Arbeitsplätze gewechselt werden. Dementsprechend interessiert ist er auch an den Erklärungsmodellen zu "Motiven und Determinanten" für einen Arbeitsplatzwechsel, die diese Studie anzubieten hat. Bedauerlich findet er lediglich, dass einige theoretische Annahmen über die Gründe von Fluktuation aufgrund fehlender empirische Daten aus der Schweiz nicht überprüft werden konnten und dass die Analyse sich hauptsächliche auf "wirtschaftliche Schönwetterperioden" stützt. Trotzdem gibt es konkrete Ergebnisse: nämlich, dass die jungen, unverheirateten Männer ihre Jobs am häufigsten wechseln und dass das oft nicht für mehr Geld, sondern für immaterielle Werte (eine größere Herausforderung und mehr Flexibilität) geschieht.
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