Carola S. Rudnick

Die andere Hälfte der Erinnerung

Die DDR in der deutschen Geschichtspolitik nach 1989
Cover: Die andere Hälfte der Erinnerung
Transcript Verlag, Bielefeld 2011
ISBN 9783837617733
Gebunden, 770 Seiten, 39,80 EUR

Klappentext

Diese materialreiche Studie zeichnet detailliert die Verflechtungen von politischen und organisatorisch-finanziellen Interessen in der Gedenkstättenarbeit zur DDR-Vergangenheit nach und zeigt, dass die "Aufarbeitung" bisher letztlich von totalitarismustheoretischen Lesarten der DDR dominiert war. Auch wird bewiesen, dass die "Friedliche Revolution" von 1989 in Bezug auf das Ende der Stasi nicht so stattgefunden hat, wie es Geschichtsdarstellungen behaupten. Ein Buch, das grundlegende Ergebnisse zur Geschichts- und Erinnerungspolitik der letzten 20 Jahre beisteuert und auf diese Weise einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der DDR-Erinnerungskultur seit 1989 liefert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2011

Den Meinungen und Deutungen der Autorin dieses Buches möchte Jacqueline Boysen widersprechen. Wie die Kulturwissenschaftlerin Carola Rudnick die Friedliche Revolution von 1989/90 als "Revolution von oben", zunächst von der DDR-Führung, dann vom Westen gesteuert, auszugeben versucht, verfängt bei der Rezensentin nicht. So schwerfällig (mangels Lektorat) die Lektüre ihr vorkommt, so wenig kann Boysen Geschichtspolitik als zielgeleitet verstehen. Wichtige Gegenargumente, wie die von der DDR initiierte Auflösung des MfS durch Joachim Gauck, fallen, unerklärlich für Boysen, bei Rudnick unter den Tisch. Ein Monopol der Geschichtsdeutung, wie es die Autorin nahelegt, existiert für Boysen in Deutschland einfach nicht.

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