Die Musik war diesem Dichter alles andere als gleichgültig, und er tritt uns in seinen Schriften als ihr engagierter Anwalt entgegen. Nicht nur als Musikkritiker hatte Spitteler Gelegenheit, sich zu allen möglichen Aspekten zu äußern, auch in seinem dichterischen Werk taucht dann und wann die Musik auf, und schließlich erfahren wir in den autobiografischen Schriften viel über den wachen, emotionalen und ergriffenen Hörer Spitteler.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.05.2003
"Längst vergriffene" musikalische Essays Spittelers, Fred Sallenbachs und Adolf Krügers Untersuchungen über dessen Musikprosa und journalistische Texte hat Herausgeber Andreas Wernli für diesen Band wieder ausgegraben gewidmet, berichtet Jean-Jacques Dünki. Er findet Spittelers musikalische Einsichten "bestürzend modern", auch wenn man sein "elitäres Denken" ein wenig belächeln könne - etwa wenn dieser seine Tante zitiert, die ihm das Klavierspielen mit den Worten beibringt: "Fingerübungen, das ist bloß etwas für den musikalischen Pöbel; geniale Menschen fangen mit Bach an."
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