Johann Peter Hebel

Predigten

'Die Morgenröthe der Aufklärung, die Milderung der Sitten'
Cover: Predigten
Schwabe Verlag, Basel 2010
ISBN 9783796526664
Gebunden, 390 Seiten, 39,50 EUR

Klappentext

Sämtliche Predigten Johann Peter Hebels. Herausgegeben von Thomas K. Kuhn und Hans-Jürgen Schmidt. Der in Basel in bescheidenen Verhältnissen geborene Johann Peter Hebel (1760-1826), ist vor allem als erfolgreicher Volksschriftsteller und Popularästhet bekannt. Seine "Alemannischen Gedichte" wie auch seine Kalendergeschichten für den "Rheinländischen Hausfreund", die als "Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes" bis in die Gegenwart weite Verbreitung und zahlreiche Auflagen finden, lassen häufig vergessen, dass Hebel nicht nur ein innovativer Pädagoge und Lehrer, sondern auch ein überaus gebildeter evangelischer Theologe war, der als Prälat in höchste kirchenleitende Funktionen im Grossherzogtums Baden aufrückte. Der Spätaufklärung verpflichtet, die einerseits Vernunft und Religion zusammen dachte und andererseits als Volksaufklärung mentale Transformationen auch des "Volkes" intendierte, wandte sich Hebel gegen theologische Borniertheit und Dogmatismus, um stattdessen für Toleranz und kritischen Gebrauch der Vernunft zu plädieren. Als katechetisches Werk erlangten seine "Biblischen Geschichten" große Bedeutung. Andere theologische Schriften von Hebel sind derzeit nicht greifbar. Die einzige Ausgabe seiner gedruckten Predigten erschien zweibändig in seinen "Sämtlichen Werken" 1838. Sie umfasst am Karlsruher Hof gehaltene geistliche Reden aus den Jahren 1792 bis 1804. Da diese Predigten sowohl für eine präzise Rekonstruktion der Theologie Hebels als auch für die Beschreibung spätaufklärerischer Predigten unverzichtbar sind, werden sie anlässlich des 250. Geburtstages von Hebel in einer Leseausgabe wieder zugänglich gemacht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.05.2010

Rezensent Niklaus Peter ist sehr großzügig. Obwohl eher enttäuscht über die Steifheit und Unnatürlichkeit der Kanzelsprache, über die theologische Unentschiedenheit des Autors in seinen hier versammelten 38 Predigten aus der Zeit von 1788 bis 1804, sucht und findet er noch Trost und Reiz in den Texten. Für Peter liegen sie in der Tatsache, dass Predigen zu jener Zeit allgemein "kein freies Geschäft" war. Und in dem Kontrast, den die Predigten bilden zu Johann Peter Hebels Innigkeit, Frische und Tiefe in seinen "Alemannischen Gedichten" sowie zu seiner Klarheit (in Ton und Bau) in den Kalendergeschichten.

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