Gustav Mahler

Mein lieber Trotzkopf, meine süße Mohnblume

Briefe an Anna von Mildenburg
Cover: Mein lieber Trotzkopf, meine süße Mohnblume
Zsolnay Verlag, Wien 2006
ISBN 9783552053892
Gebunden, 510 Seiten, 45,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben und kommentiert von Franz Willnauer. Hamburg im Frühherbst 1895: Die 23-jährige Sängerin Anna von Mildenburg debütiert am Stadttheater und wird über Nacht zum Star. Am Pult: ihr Mentor, der damals 35-jährige Gustav Mahler. Bisweilen mehrmals täglich lässt er ihr Botschaften zukommen. Von Anfang an geht es dabei um mehr als nur künstlerische Fragen. Die mehr als 200 Briefe, von denen bisher nur ein Dutzend bekannt waren, dokumentieren eine hochemotionale Liebesgeschichte und geben einen faszinierenden Einblick in das Musikleben des Fin de Siecle. Ergänzt wird der Band durch die Korrespondenz zwischen Anna von Mildenburg und Alma Mahler sowie ein vollständiges Auftrittsverzeichnis der legendären Sängerin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.09.2007

Zwar erfährt die Mahler-Rezeption keine neue Wendung mit dieser vollständigen Edition der Briefe, die der Komponist an die Sopranistin Anna von Mildenburg geschrieben hat, räumt Michael Gassmann ein. Ein Gewinn ist der Band aber trotzdem, versichert er. Die Korrespondenz, die Mahler am Anfang einer leidenschaftlichen Beziehung zu von Mildenburg aufnahm, die allerdings rasch abkühlte, zeigt einen 19 Jahre älteren Mann, der zwischen leidenschaftlichen Beschwörungen und lehrerhaften Ermahnungen sogar zur Schönschrift die Sängerin als "sein Bühnengeschöpf" fördert, so der Rezensent. Ebenfalls enthalten seien Briefe von Alma Mahler, die das Bild abrundeten, so Gassmann weiter. Er findet die "Ergüsse" Mahlers mitunter schwer erträglich, stellt aber interessiert fest, dass allein durch Mahlers Briefe - die Erwiderungen von Mildenburg sind leider nicht erhalten - auch die Sopranistin plastisch zutage tritt. Der Rezensent lobt den Herausgeber Franz Willnauer in den höchsten Tönen für seine große Sorgfalt im Umgang mit den Quellen, für seine informativen Anmerkungen und nicht zuletzt für seine Behutsamkeit in Datierungsfragen. Dieser Korrespondenzband wirft ein erhellendes Licht auf eine herausragende Sängerin, auf eine kurze aber heftige Liebe Mahlers und auf seine Zerrissenheit zwischen Kunst und Leidenschaft, so Gassmann sehr zufrieden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.10.2006

Jens Malte Fischer stellt zwar fest, dass der Band mit Briefen von Gustav Mahler an seine Geliebte Anna von Mildenberg kein völlig neues Licht auf die Biografie des Komponisten wirft, doch lobt er ihn als erhellende Ergänzung zu den bereits vorliegenden Briefbänden. In den Briefen an die Sängerin Anna Mildenberg könne man Mahler als leidenschaftlichen und pathetischen Briefeschreiber kennen lernen, stellt der Rezensent fest. Schade nur, dass die Antwortbriefe der "hochdramatisch" veranlagten Sängerin fehlen, bedauert Fischer, der es beeindruckend findet, wie viele Krisen diese leidenschaftliche Beziehung in ihrer verhältnismäßig kurzen Dauer aufwies. Ausgezeichnet von Franz Willnauer ediert und zudem mit einem sensiblen Kommentar versehen, zeigen diese Briefe eine weitere Facette des großen Komponisten, die das "Bild abrunden", so der Rezensent zufrieden.
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