Carl Leonhard Reinhold

Die Hebräischen Mysterien

oder die älteste religiöse Freymaurerey
Cover: Die Hebräischen Mysterien
Edition Mnemosyne, Neckargemünd 2001
ISBN 9783934012103
Gebunden, 129 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben und kommentiert von Jan Assmann. Carl Leonhard Reinhold (1757-1823), abtrünnig gewordener Jesuit, Freimaurer und Illuminat, Schwiegersohn Wielands und 'Kantinaner der ersten Stunde' in Jena, zeigt in den "Hebräischen Mysterien", dass bereits Mose im Grunde seines Herzens dem 'All-Einen' huldigte, seinen philosophischen Gottesbegriff, den er aus den ägyptischen Mysterien übernommen hatte, aber aus politischen Gründen vor seinem Volk geheim hielt und in das Gewand eines nationalen Schutzgottes hüllte. Friedrich Schiller griff in seiner Vorlesung "Die Sendung Moses" die Grundgedanken Reinholds auf, radikalisierte sie und zeigte, dass Moses "zum Besten der Welt und der Nachwelt" ein Verräter der ägyptischen Mysterien werden musste. Beide Schriften gehören in den Kontext der Spinoza-Renaissance und des Pantheismus-Streits, der die geistige Elite Deutschlands am Ende des 18. Jahrhunderts in seinen Bann schlug. Sie werden hier in der ursprünglichen Gestalt abgedruckt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.06.2002

Mit seiner These, dass Moses, der Begründer des Monotheismus, seine Theologie von den Ägyptern übernommen habe, war Freud nicht der Erste, schreibt Andreas Kilcher. Schon Schiller habe sie formuliert, und sich dabei an den Kantianer und Freimaurer Carl Leonhard Reinhold angelehnt. Dessen Schrift zu diesem Thema wurde nun neu herausgegeben und "hilfreich kommentiert", freut sich Kilcher und erklärt Reinholds gedanklichen Ansatz. Er beschäftige sich mit dem Gründungsmythos der Freimaurerei, wonach diese auf die Tradition der Kabbala zurückgehe, und ergänze, dass die Kabbala ihrerseits im ägyptischen Wissen ihre Wurzeln habe. Doch die Besonderheit Reinholds, erklärt der Rezensent, besteht in der Erweiterung der mythischen Genealogie des Monotheismus um einen historisch-philosophischen Aspekt. Moses geheimes Wissen sei nicht "ägyptische Zauberei, sondern vielmehr der Monotheismus selbst", und er habe sozusagen 'geschwindelt', indem er den ägyptischen Monotheismus als jüdisches Nationalprodukt verkleidet verkauft habe.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.03.2002

Zwei von Jan Assmann edierte und kommentierte und in der Edition Mnemosyne erscheinende Texte stellt Friedrich Niewohner uns vor: Carl Leonhard Reinholds "Die Hebräischen Mysterien oder die älteste religiöse Freimaurerey" und - im Anhang - Schillers "Die Sendung Moses". Niewöhner verweist auf die Behandlung dieser beiden Texte in Assmanns Buch "Moses der Ägypter" und fügt hinzu, dass die enthaltenen Kommentare Kurzfassungen des dort bereits Gesagten seien, wodurch Assmanns Verdienst jetzt also darin bestehe, "dass er den schwer zugänglichen Text von Reinhold publiziert hat". Leider verliert sich Niewöhner in seiner Besprechung in gleichfalls schwer zugänglichen Details, von denen hier nur soviel erwähnt sei: Dass nämlich Assmann einerseits den von Reinhold als Beleg für die religiöse Führung der Israeliten in die Unabhängigkeit angeführten Verweisen auf die Ritualgesetze nachgeht und sie "klug" erläutert, dass er es aber zugleich versäumt, einer Interpretation nachzugehen, die über Maimonides führt, "denn er schreibt eine Gedächtnisgeschichte, deren Ansatz 'hochgradig selektiv' ist".