Carl Amery

Global Exit

Die Kirchen und der Totale Markt
Cover: Global Exit
Luchterhand Literaturverlag, München 2002
ISBN 9783630880044
Gebunden, 238 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Die ökologischen Katastrophen und politischen Krisen des angehenden Jahrtausends, der drohende Aufstand der dritten gegen die erste Welt sowie der um sich greifende Terror zeigen, dass es um nichts weniger geht als die Zukunft der Menschheit. Wie kann die Erde als bewohnbarer Planet erhalten bleiben?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.04.2002

Mit einer Fastenpredigt säkularer Natur vergleicht Matthias Dobrinski den jüngsten Essay des Linkskatholiken Carl Amery, der gegen den Materialismus dieser Zeit wettert und zum Bruch mit der "Reichsreligion", dem Kapitalismus aufruft. Amery beruft sich dabei auf Walter Benjamin, erläutert Dobrinski, der seinerzeit den "Kapitalismus als Religion" und den "totalen Markt" gegeißelt habe. Bei allem Ökovokabular bleibe der konservative Ansatz von Amery nicht verborgen, meint er, er habe zwar eine polemische und schwungvolle Predigt geschrieben, einen verzweifelten Aufruf an die "halb und ganz Überzeugten", büße dabei aber an Genauigkeit der Analyse ein. Schließlich sei Markt nicht gleich Kapitalismus, Amery verstehe sich in ökonomischen Dingen mehr auf Holzschnitt als auf Kupferstich, so der milde Tadel des Rezensenten. Es stimmt ihn nachdenklich, dass bei diesem ebenso polemischen wie gutgemeinten Werk "leise Langeweile" aufkommt. Das ist wie mit den Malern, resümiert er, die Holle kriegen sie prächtig hin, der Himmel dagegen bleibe ziemlich blass.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.04.2002

Angesichts unserer auf Käuflichkeit basierenden "Kultur der kollektiven Selbstmordvorbereitung" beschwört Amery laut Rezensentin Elisabeth von Thadden "das Erbarmen" als zentralen Bestand der christlich-europäischen Kultur. Amery ruft die Kirchen auf, gegen die Erbarmungslosigkeit eines "Totalen Marktes" anzutreten, den er für "Ruin der Welt" verantwortlich macht, schreibt die Rezensentin, die Améry in ihrer kurzen und dennoch wortreichen Kritik allerdings einen weniger analytischen als appellativen Stil nachsagt.

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