Morgen noch in Berlin oder schon in Jerusalem?Ungefähr 95 000 Menschen in Deutschland gehören heute einer jüdischen Gemeinde an. Bei einer Gesamtbevölkerung von 83 Millionen ist das eine verschwindend geringe Zahl. Und doch steht diese Gruppe immer wieder im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit. Wegen der Shoah, antisemitischer Ausschreitungen, der israelischen Politik. In diesem Buch untersucht C. Bernd Sucher, wie es um die deutschen Jüdinnen und Juden steht. Dafür beleuchtet er sowohl Vergangenheit als auch Gegenwart und sucht in zahlreichen Gesprächen eine Antwort auf die Frage: Haben Juden in diesem Staat eine Zukunft - oder nicht?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.12.2023
Dieses Buch des früheren Theaterkritikers C. Bernd Sucher gewinnt auch durch die jüngsten Entwicklungen noch einmal an Bedeutung, bemerkt Kritikerin Christiane Lutz: Der Autor hält, zum Teil mit deutlichem Aufzählungscharakter, fest, welche Formen jüdischen Lebens es in Deutschland gibt. Dabei widmet er sich nicht nur jüdischen Museen, Theatern und sozialen Einrichtungen, sondern auch den Entstehungsgeschichten verschiedener Synagogen und ihren architektonischen Besonderheiten, so Lutz. Trotz einiger Längen handelt sich sich hier der Rezensentin zufolge um ein wichtiges Buch, das auch die brüchige Unsicherheit jüdischen Lebens in Deutschland sichtbar mache.
"Judenhass gab es immer und es wird ihn auch weiterhin geben", sagt der ehemalige SZ-Theaterkritiker C. Bernd Sucher im ZeitOnline-Gespräch: "Auffallend ist aber, dass es so wenige gibt, die sich dagegenstellen." Auch die deutsche Politik kritisiert er: "Der Hinweis, den die meisten Politiker formulieren - wir müssen an der Seite von Israel stehen -, erweist sich durch das Verb 'müssen' als verdächtig. Denn das heißt: Wir wollen nicht, sondern wir sind verpflichtet, weil hier unter der Naziherrschaft gemordet wurde." Unser Resümee
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