In Brüssel oder Berlin fallen oft Entscheidungen, die mit der politischen Realität vor Ort wenig zu tun haben. Boris Palmer, seit zwölf Jahren Oberbürgermeister von Tübingen, zeigt anhand vieler konkreter Beispiele - von Umweltpolitik bis Wohnungsbau, von Verkehrsplanung bis Integration, von innerer Sicherheit bis zur Schaffung von Arbeitsplätzen - wieso in der Politik heute so oft das Wunschdenken regiert, nicht die Analyse der Fakten. Zugleich bietet er Vorschläge, wie die Wirklichkeit wieder zur Grundlage politischen Handelns werden kann. Die scharfsinnige und leidenschaftliche Bilanz eines Politikers, der vor Ort Entscheidungen treffen muss und die Sorgen der Bürger aus täglicher Erfahrung kennt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.02.2020
Rüdiger Soldt liest Boris Palmers Buch mit mehr Gewinn als die Facebook-Postings des Tübinger Oberbürgermeister. Wenn Palmer mal nicht provokant unterwegs ist und der Bahn "inszenierte Migrationsfreundlichkeit" vorwirft, sollte man ihm durchaus zuhören, auch und gerade in den Reihen der Grünen, findet Soldt. Reizthemen wie Wohnungsmangel, Ausländerkriminalität, Stuttgart 21 führt der Autor auf die Fakten zurück und zeigt die Widersprüche in der Luftreinhaltungspolitik auf, erläutert der Rezensent. Vor allem das Kapitel zur Identitätspolitik enthält laut Soldt bedenkenswerte Anregungen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.10.2019
Roman Deininger freut sich, dass Boris Palmers Einlassungen in Buchform, anders als bei seinen Facebook-Posts, von einem Lektor begleitet und sozusagen entschärft und auch ausführlicher und genauer ausformuliert werden. Unbequem sind die Äußerungen des Tübinger Oberbürgermeisters trotzdem, verspricht Deininger, ob Palmer sich nun über "falsches" Moralisieren in Sachen Windräder, Tierversuche oder Fahrverbote auslässt. Manche von Palmers autoritär vorgebrachten Meinungen sind für Deininger sogar überzeugend.
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