Franz Walter

Gelb oder Grün?

Kleine Parteiengeschichte der besserverdienenden Mitte in Deutschland
Cover: Gelb oder Grün?
Transcript Verlag, Bielefeld 2010
ISBN 9783837615050
Gebunden, 145 Seiten, 14,80 EUR

Klappentext

In den letzten Jahren war viel von der Krise der Volksparteien die Rede. Den Nutzen hieraus zogen unzweifelhaft die Parteien der besserverdienenden Mitte: die FDP hier, die Grünen dort. Aber wie stabil ist die Hausse der beiden Parteien? Was verbindet ihre Anhänger, was trennt sie - sozial, lebensweltlich und politisch? Freie Demokraten und Grüne werden im Mehrparteiensystem die entscheidenden Scharniere der Koalitionsbildung sein. Aber was bedeutet das für die Zukunft der bundesdeutschen Gesellschaft?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.05.2010

Kommentarlos stellt Rezensent Rainer Blasius fest,dass die Abstände zwischen Franz Walters Veröffentlichungen zu den Volksparteien immer geringer werden. Nun liegt also Walters Neuerscheinung "Gelb oder Grün?" vor, in welcher er genau dieser Frage nachgeht. Dazu  untersucht er die Wählerschaft der beiden Parteien, die er gleichermaßen auf die Klientel der Besserverdiener zielen sieht. Liberale und Grüne seien sich allerdings nur "sozial nah" zitiert Blasius den Autor, hätten jedoch in den "Alltagsphilosphien" getrennte Auffassungen. Dies werde zum Beispiel besonders offensichtlich, wenn es um Fragen des Atomausstiegs gehe, referiert der Rezensent. Die beiden 'konträren Lebenswelten' können aber auch als Anstoß zu mehr Produktivität dienen, erkenne der Autor. Weniger optimistisch schaue Franz Walter auf Guido Westerwelle, so Blasius, diesem mangele es an "Sensibilität" und "historischen Kenntnissen". Lesen oder nicht? Das kann Rainer Blasius offenbar auch nicht sagen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.04.2010

Ganz offensichtlich ihren Spaß hatte Elisabeth von Thadden mit dieser "grundseriösen" Studie des Göttinger Parteienforschers Franz Walter zu den Wählermilieus von FDP und Grünen. Denn sie verbirgt aus Sicht der Kritikerin ihre (ansteckende) intellektuelle Freude am Gegenstand nicht, läuft gar an mancher Stelle zur schrillen Komik eines Gesellschaftsreports auf. Allerdings hat das auch seinen Preis, lässt diese Milieustudie aus ihrer Sicht doch auch manches beiseite, was sie "politisch" hätte "knistern lassen" können, lesen wir. So steht auf der Was-fehlt-Liste der Kritikerin ein Blick auf die "bisher unbeerbte Qualität" liberaler Nachkriegspersönlichkeiten. Auch spielen politische Realitäten zu ihrem Bedauern kaum eine Rolle. Außerdem fragt sie sich, ob der politische Mensch sich nicht verschaukelt fühlen wird, in dieser Studie lediglich als "Milieupflanze mit nettem Einkommen" betrachtet zu werden.