Drei Abbildungen. Mit einem Anhang: Edition und Kommentierung des Briefwechsels mit Aby M. Warburg, Hermann Usener, Ludwig Binswanger, Fritz Saxl, Gertrud Bing, Alfred Vagts, Hans Meier, Fritz M. Warburg und Carl A. Rathjens. Das Buch rekonstruiert die Biografie eines Gelehrten, den sein Schülerverhältnis zu dem Bonner Philologen und Religionshistoriker Hermann Usener (1834-1905) und die jahrzehntelange enge Freundschaft zu Aby M. Warburg (1866-1929) zu einem Kronzeugen aktueller Forschungen auf dem Gebiet der deutsch-jüdischen Geistes- und Wissenschaftsgeschichte machen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2002
Paul Ruben war in vielem eine Art Zwilling Aby Warburgs: geboren im selben Jahr, zur selben Schule gegangen, beim selben Gräzisten studiert, beide später Privatgelehrte. Ruben jedoch blieb unbekannt, Warburg wurde, so Roland Kany, "zur lebenden Legende der Kulturwissenschaft". Björn Biesters Buch ist zu einem guten Teil eine "Parallelbiografie", die Ruben als typisch für einen Teil des Judentums im ersten Drittel des letzten Jahrhunderts beschreibt. Neben bekannten Quellen hat Biester, wie Kany feststellt, auch bisher unbekanntes und "eindrucksvolles" Material erschlossen. Erst 1937 hat Ruben sein Haupt- und Lebenswerk, eine kühne Theorie zur "Entstehung von Textvarianten und Interpolationen im Alten Testament" veröffentlicht, die Resonanz war verheerend. Leider sei Biester weder in der klassischen noch in der hebräischen Philologie kompetent, zur Einschätzung des Werks daher nicht in der Lage, bedauert der Rezensent. Am besten und "anrührendsten" scheint ihm daher jener Teil, der die letzten Jahre Rubens schildert, der unter unwürdigen Bedingungen in Hamburg ausharrte und vor der Deportation nach Theresienstadt starb.
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