Bernhard Bueb

Die Macht der Ehrlichen

Eine Provokation
Cover: Die Macht der Ehrlichen
Ullstein Verlag, Berlin 2013
ISBN 9783550080357
Gebunden, 160 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Ob in der Politik, im Beruf oder in den sozialen Netzwerken - wir lügen, um uns Vorteile zu verschaffen. Damit aber setzen wir unsere demokratische Gesellschaft aufs Spiel. Höchste Zeit also, dass Ehrlichkeit wieder oberstes Erziehungsziel wird. Menschen, Unternehmen und ganze Staaten lügen und kommen damit durch. Ehrlichkeit erscheint da eher als antiquierte Tugend. Kein Wunder, dass sich Kinder und Jugendliche die Unehrlichkeit der Erwachsenen zum Vorbild nehmen. Welch katastrophale Folgen das Lügen hat, können wir derzeit beobachten: Eurokrise, der Fall Guttenberg oder die Affäre um die WestLB. Wollen wir in einer Gesellschaft leben, in der man einander misstraut? Bernhard Bueb fordert, dort etwas zu verändern, wo das Übel seinen Ausgang nimmt: bei der Erziehung der Kinder. Sie müssen wieder lernen, sich selbst und anderen ehrlich zu begegnen. Denn die Wahrhaftigkeit unserer Freundschaften, unserer Lebensgemeinschaften und unserer beruflichen Zusammenarbeit ist die einzige Basis, die uns erlaubt, ein glückliches Leben zu führen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.04.2014

Schöner Titel. Leider kommt der Rezensent hier nicht auf seine Kosten. Was der Titel verspricht - eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem Thema, mit Urvertrauen und eventuell auch mit selbst verursachter Verblendung beziehungsweise Unehrlichkeit sich selbst gegenüber beim Thema sexueller Missbrauch - all das bekommt Michael Schefczyk bei Bernhard Bueb leider nicht geboten. Dabei hätte der ehemalige Leiter des Internats Salem auch über die Odenwaldschule etwas zu erzählen gehabt, wie der Rezensent weiß. Stattdessen liest Schefczyk Anekdoten aus dem Schulalltag und der Welt Adoleszenter, die ihm kaum so unterhaltsam scheinen wie ein Elternabend.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.12.2013

Laotse zwischen den Zeilen spürt Stephan Speicher bei diesem, wie er findet, mit heißer Nadel gestrickten Buch des Pädagogen Bernhard Bueb, seines Zeichens langjähriger Leiter des Internats Salem. An den Erfolg von Buebs "Lob der Disziplin" kann der Band laut Speicher nicht anknüpfen, auch wenn Verlag und Autor sich das so vorgestellt haben mögen. Gründe dafür sieht Speicher vor allem in der unklaren Themenstellung und in der Uninformiertheit des Autors. Zeitkritik, wie sie der Autor übt, meint Speicher, braucht Vertrautheit mit dem Stoff. Bueb allerdings scheint ihm über Wirtschaft und Politik, wo der Autor starke Neigungen zur Unwahrhaftigkeit vermutet, nicht eben gut Bescheid zu wissen. Mit bloßen Redensarten a la "Ehrlichkeit kann auch eine Geißel sein" oder Namedropping von Vorbildern in Sachen Ehrlichkeit (Kurt Hahn, Jesus, Schiller) ist es nicht getan, meint der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.11.2013

Rezensent Oliver Jungen geht hart ins Gericht mit Bernhard Buebs neuem Buch "Die Macht der Ehrlichen". Die im Untertitel genannte "Provokation" empfindet der Kritiker leider vor allem bei der Lektüre dieses Buches, dem es seiner Meinung nach in erster Linie an theoretischer Plausibilität fehle. So formuliere Bueb etwa, dass Ehrlichkeit heute wieder hochgeschätzt würde, während er zugleich eine Vielzahl von Beispielen aufzähle, die nicht nur die Popularität von Betrügereien aufzeige, sondern gar von Bueb mit einem Augenzwinkern gerechtfertigt werden. Darüber hinaus ärgert sich Jungen, dass der ehemalige Leiter der Schule Schloss Salem die philosophische Geschichte der Lüge äußerst fehlerhaft darstelle. Auch Buebs Unterteilung der Menschen in "wesenhaft" ehrliche und lügnerische kann der Kritiker nur belächeln. Und so bleibt dem enttäuschten Rezensenten nach der Lektüre nur der Eindruck eines ebenso konservativen wie blasierten Buches, in dem Bueb neben philosophischen Plattitüden nur ein paar launige Schuldirektoren-Anekdoten zum Besten gibt.
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