Die Bilder Nadars entfalten eine Kulturgeschichte von Paris im 19. Jahrhundert: Wissenschaft und Weltausstellungen, Luftfahrt und Landwirtschaft, Haussmannisierung und Hermaphroditen, Tourismus und Theater. All das - und noch viel mehr - ist Gegenstand der Bilder. Nadar ist unser Cicerone für eine Reise durch das Paris der Moderne.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.02.2020
Rezensent Tobias Lehmkuhl schätzt den Fotografiehistoriker Bernd Stiegler spätestens seit dessen Studien über Optogramme oder über Arthur Conan Doyle. Entsprechend erfreut ist der Kritiker, dass Stiegler eine Nadar-Biografie vorlegt: Die erste hierzulande, die sich zu dem auch Felix Tournachons Bruder Adrien und Sohn Paul widmet, wie der Rezensent erklärt. Leider wird Lehmkuhls Freude aber bald getrübt: Zwar liest er hier von den größenwahnsinnigen Projekten Nadars, der Umbau von Paris durch Haussmann, der Krieg von 1870/71 und die soziale Frage kommen allerdings ebenso wenig vor wie Überlegungen zur Ästhetik Nadars, klagt der Kritiker. "Redundanzen" und Druckfehler schmälern sein Lesevergnügen ebenfalls.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.08.2019
Katharina Rudolph bekommt mit dem Buch des Literaturwissenschaftlers und Fotografie-Experten Bernd Stiegler keine Biografie des Pariser Bohème-Fotografen Felix Tournachon alias Nadar. Stattdessen bietet der Band laut Rezensentin die Geschichte der Brüder Tournachon aus kulturgeschichtlicher Perspektive. Wie Felix, Adrien und dessen Sohn Paul Nadar ab 1850 die Pariser Moderne einfingen, zeigt Stiegler laut Rudolph anhand von unterschiedlichen Bildserien, etwa zur Mimik, zur neuen Kanalisation in Paris oder zu wichtigen Zeitgenossen, Künstlern und Wissenschaftlern. Für Rudolph so erkenntnisreich wie unterhaltsam.
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