Friedrich Lenger

Metropolen der Moderne

Eine europäische Stadtgeschichte seit 1850
Cover: Metropolen der Moderne
C.H. Beck Verlag, München 2013
ISBN 9783406651991
Gebunden, 757 Seiten, 49,95 EUR

Klappentext

Friedrich Lenger bietet in diesem Buch ein beeindruckendes Panorama der politischen, sozialen, kulturellen und ökonomischen Geschichte der europäischen Stadt seit 1850. Er erforscht die politischen und wirtschaftlichen Gründe für die Verstädterung Europas, die Wandlungen der städtischen Gesellschaft und die Kultur, die in den letzten 150 Jahren in den Städten entstand. Wie zum Beispiel gingen die europäischen Gesellschaften mit den sozialen, kulturellen und ethnischen Konflikten um, die in den Städten besonders deutlich zutage traten? Und wieso waren die Städte der Ort so vieler Gewalttaten, die besonders das 20. Jahrhundert prägten? Friedrich Lenger erzählt in seinem gesamteuropäisch angelegten Opus magnum die Geschichte der Moderne aus einer neuen Perspektive.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 31.12.2013

Macht Stadtluft wirklich frei? Oder zerreißt sie uns? Diese Fragen zu überprüfen hat Micha Brumlik nun Gelegenheit mit Friedrich Lengers materialreicher Arbeit über die Geschichte der Metropolen. Brumlik erfährt viel über Architektur und Stadtplanung, aber auch über Klassenkämpfe und technische Evolution, er folgt dem Autor bei der Einteilung von Stadtentwicklungsgeschichte in drei Epochen - klassische Moderne, Epoche der Weltkriege und schließlich die Zeit danach - und staunt über die von Lenger dargelegten Differenzen, vor allem aber Gemeinsamkeiten zwischen der "europäischen" und der "orientalischen" Stadt. Allerdings kapituliert der Rezensent angesichts der Fülle an sozial-, kultur- und technikhistorischen Informationen in diesem Band und versucht erst gar nicht, eine Summe aus der Lektüre zu ziehen. Dass auch der Autor darauf verzichtet, findet Brumlik weise.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.10.2013

Stephan Speicher ist von der Rechercheleistung, die Friedrich Lenger für seine Geschichte der europäischen Metropolen erbracht hat, sehr beeindruckt. Er schätzt den Abstand, den der Autor zu seinem Forschungsgegenstand behalten hat, ohne sich dem Lob auf die Großstadt wie so viele vor ihm unreflektiert anzuschließen. Obgleich die Metropole eine enorme Kulturleistung sei, so Speicher, ließen sich die Probleme, die die Verstädterung und das damit verbundene rasante Anwachsen der Städte nicht leugnen. Dass Lenger Aspekte wie die frühe Nichtakzeptanz von Migranten und deren Mühen, in der Gesellschaft aufzusteigen, in den Blick nimmt, gehört für Speicher zu den großen Stärken des Buches. Der Autor erkenne den multikulturellen Tendenzen entgegenstehende Wunsch vieler Großstädter nach Bewahrung des Eigenen und Abgrenzung vom Fremden, der nicht nur im Bürgertum zu "Verhäuslichung" führte. Die komplexe Aufgabe, eine umfassende Stadtgeschichte seit 1850 zu verfassen, hat Lenger für Friedrich souverän gemeistert.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2013

Viele lobende Worte findet Hans-Albrecht Koch für Friedrich Lengers stadtgeschichtliche Abhandlung über die Metropolen Europas. Ihn überzeugt die Struktur des Buches, die den behandelten Zeitraum von Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute in drei Phasen gliedert. Angesichts der enormen Menge an zu bewältigenden Informationen verzeiht Koch dem Autor kleinere Unvollständigkeiten wie in Bezug auf das Bibliotheks- und das Spitalwesen in europäischen Metropolen gerne. Besonders aufschlussreich findet der Rezensent die genauen Erläuterungen zum Bevölkerungswachstum und zum Einfluss von Migration in den jeweiligen Städten. Eine "anschauliche Sprache" mache das Buche zu einer angenehmen Lektüre.

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