Benno Meyer-Wehlack

Ernestine geht

Roman
Jung und Jung Verlag, Salzburg 2003
ISBN 9783902144591
Gebunden, 125 Seiten, 17,00 EUR

Klappentext

Ernestine war einem Mann versprochen gewesen. Er musste in den Krieg, galt als verschollen. Eines Tages aber sah sie ihn mit Frau und Kindern auf der Straße. Da wandte sie sich von dieser Seite des Lebens ab und blieb allein. Allein in der Wohnung im siebten Wiener Bezirk, in der sie schon gelebt hatte, als es noch einen Kaiser gab. Erinnerungsstück kam zu Erinnerungsstück, nichts wurde je fortgegeben, das Herzstück und geheime Zentrum aber bildet die Spanische Wand, vollgehängt mit Familienphotos. Dort steht Ernestine, wenn sie ihren Besuchern, der Nichte und deren Mann, erzählt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.06.2004

Der Rezensent mit dem Kürzel "amo" empfindet diesen Roman über eine voraussichtlich bald sterbende Frau namens Ernestine und ihre ebenfalls schon recht alten Verwandten als eine bisweilen interessante Zeitreise in das letzte Jahrhundert, als "einen Hauch einstiger Luft", die in ihrer patinösen Wiener Wohnung archiviert ist. Doch einen richtigen Erkenntnisgewinn hat er bei der Lektüre nicht: "Am Ende bleiben Fragmente von Erzähltem und komischer Trödel, der keinen Wert mehr hat." Die Stadt, in der sich ihr Besuch bewegt, hat ihre Blütezeit in Ernestines ebenfalls lang zurückliegender Jugend gehabt. Diese Gefühl ist in dem Roman, der "kaum Geschichten" erzählt" recht überzeugend eingefangen. Doch mehr bewirkt die Erzählung beim Rezensenten nicht.
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