Lorenz Langenegger

Hier im Regen

Roman
Cover: Hier im Regen
Jung und Jung Verlag, Salzburg 2009
ISBN 9783902497505
Gebunden, 166 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Steuerverwaltung, Schweizer Nationalfeiertag, Edith bei den Eltern - unspektakulärer kann das Setting eines Romans kaum sein, um nicht zu sagen langweiliger. Aber von wegen: einlässlicher, mitfühlender, um nicht zu sagen kurzweiliger ist sehr lang nicht vom Leben eines Menschen erzählt worden, und endlich einmal nicht, indem man es ins Komische verschiebt. Lorenz Langenegger erweist sich in seinem ersten Roman als ein höchst aufmerksamer Begleiter seines Alltags-Helden. Es sind die Momente der Verstörung, der Sehnsucht und des Trostes, mit denen der junge Autor seinem Jakob Walter die Seele gibt, die dieser sich selber kaum zugestanden hatte. Dies ist ein Buch, das zu Herzen geht und dort auch bleibt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.05.2009

Rezensentin Sabine Doering erkennt die Tradition, in die Lorenz Langenegger und die Hauptfigur in diesem Debütroman sich einreihen: Schon bei Gottfried Keller und Robert Walser begegnet sie dem unspektakulären Helden, dem Schweizer Herrn Jedermann, der in seiner Leidenschaftslosigkeit genau seiner Umgebung entspricht und dennoch oder gerade drum an der Schweiz leidet. Für Doering klingt so ein Bekenntnis zur Mittelmäßigkeit, wie es Langenegger hier inszeniert, "erfrischend human". Langeneggers empirisch gespeister Präzisionsarbeit, seinem Talent als Erzähler des Alltäglichen begegnet sie mit Respekt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.04.2009

Ziemlich beeindruckt zeigt sich Paul Jandl von diesem Debütroman, und er attestiert dem 1980 geborenen Schweizer Lorenz Langenegger "unzweifelhaftes" literarisches Talent. Der Autor erzählt vom melancholischen Finanzbeamten Jakob Walter, der Träume von einem anderen Leben als dem in Bern mit Ehefrau Edith hegt, nach einem kurzen Ausbruchsversuch nach Locarno aber wieder ins Gewohnte zurückkehrt. Der Rezensent, der für diesen schmalen Roman die Gattungsbezeichnung Novelle für angemessener hält, preist den genauen Stil und das Gespür für die feinsten Verwerfungen, die die Wünsche in seinem Protagonisten zeitigen, und ihm gefällt offenkundig der sowohl Spektakuläres wie Ironie meidende Ton dieses Buches. Hier werde mit viel Empathie ein "Langeweiler zur literarischen Figur" geadelt, ohne dabei selbst zu langweilen, so Jandl anerkennend.
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