Im Börsenhype wurden sie hofiert wie Popstars, doch mit den Kursen sank auch ihr Image und sie gerieten ins Kreuzfeuer der Kritik: die Analysten. Benjamin Mark Cole entzaubert die Gurus. Er beschreibt die Verflechtungen zwischen Wertpapieranalysten, Investmenthäusern, Händlern und börsennotierten Unternehmen, die zu Lasten der Privatanleger gehen. Das Nachwort von Bernd Niquet geht auf die deutsche Situation ein und stellt die derzeitige Diskussion um den so genannten Analystenkodex und die Neuregelung der Finanzmärkte dar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.09.2002
Weiß Gott kein gutes Haar lässt Benjamin Mark Cole am in letzter Zeit ohnehin in Verruf geratenen Berufsstand der Börsen-Analysten. Und der Rezensent Jürgen Singer schlägt mit voller Wucht in dieselbe Kerbe. Hätte es dieses Buch, meint er, bereits auf dem Höhepunkt des Börsenbooms gegeben, den Privatanlegern wäre der Verlust ihrer Vermögen wohl erspart geblieben. Aller Glaube an die "reißerischen Studien" der Analysten wäre ihnen wohl vergangen - dafür hätte Coles "einprägsame und verständliche" Darstellung der "Usancen" von Investmentbankern und Analysten allemal gesorgt. Von seinem Verdikt nimmt Cole interessanterweise die Leerverkäufer aus - und belegt, wie Singer meint: überzeugend, dass sie entgegen aller Vorurteile eher zur Stabilisierung der Börsenkurse beitragen. Was das über die Seriosität des Börsengeschäfts allgemein sagt, dazu schweigt der Rezensent allerdings.
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