Benjamin Lebert

Mitternachtsweg

Cover: Mitternachtsweg
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2014
ISBN 9783455404371
Gebunden, 240 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Johannes Kielland ist ein junger Historiker, der seit seiner Kindheit ein leidenschaftlicher Sammler von Berichten über mystische Begebenheiten ist. Nun wird eine der Geschichten, die er ausgegraben hat, plötzlich lebendig. Die Frau eines in Sylt gestrandeten Toten wendet sich an ihn und erzählt ihm die Geschichte einer mysteriösen Beziehung und eines geheimnisvollen Handschuhs. Immer tiefer verstrickt sich Kielland in das fremde Schicksal, und die Wahrheit, nach der er sucht, erscheint unergründlich und trügerisch.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.11.2014

Als Schauermärchen lässt sich Rezensent Ulrich Baron Benjamin Leberts "Mitternachtsweg" gern gefallen. Wenn Journalisten der Lübecker Nachrichten auf Wiedergängerinnen von Frauen stoßen, die im Watt vor Sylt ihren Tod fanden, dann erkennt Baron darin die norddeutsche Version einer Spukgeschichte, in der die Menschen von "den Gespenstern ihrer Schuld" heimgesucht werden. Schade nur, meint Baron, dass Lebert die Story zu einem Roman ausbauen wollte. Denn wenn seine Spukgestalten Cafés in der Lüneburger Heide eröffnen, erinnert das den Rezensenten an "vegane Vampire". Die realistische Tiefe entdeckt er ganz woanders.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 01.10.2014

Rezensent Ulrich Greiner freut sich sehr darüber, mal wieder eine "gute alte Gespenstergeschichte" zu lesen. Seit Storms Schimmelreiter sind sie rar geworden, meint der Rezensent, und so wundert es ihn kaum, dass in Benjamin Leberts "Mitternachtsweg" gerade die Nordsee, der Deich und das Watt die weite Brücke in die Literaturgeschichte schlagen. Es ist eine Liebesgeschichte, verrät Greiner: eine Frau verliebt sich in einen Mann, der vor den Nazis geflohen ist, sie wandern durchs Watt, sie ertrinkt. Jahre später kehrt ihr Geist zurück und erscheint einem Studenten, der die Geschichte seinerseits einem alten Zeitungsredakteur anvertraut, fasst der Rezensent zusammen. Durch die ständigen Perspektivwechsel weiß man nie so recht, woran man gerade ist, warnt Greiner. Dass Lebert diesen Effekt etwas überstrapaziert, und dass sein erzählender Redakteur zu "bedeutungsschwerem Raunen" neigt, will der Rezensent dem Autor aber nicht übelnehmen, zu viel Spaß hatte er mit dem verloren geglaubten Genre.
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