Julia Zange

Realitätsgewitter

Roman
Cover: Realitätsgewitter
Aufbau Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783351036584
Gebunden, 157 Seiten, 17,95 EUR

Klappentext

Marlas Leben ist ein einziges Realitätsgewitter. Wenig Sex, viel iPhone. Viel Bewegung, wenig Sicherheit. Sehr globalisiert, aber immer noch ganz schön deutsch. Marla funktioniert perfekt. Sie hat immer die richtige Maske auf. Doch plötzlich bekommt ihr hochglänzender Panzer kleine Brüche. Plötzlich ist da eine schwere Traurigkeit, die langsam von ihrem Bauch nach oben spült. Um nicht zu ertrinken, macht sie sich auf den Weg zurück in ihr Heimatdorf. Und landet schließlich auf Sylt. Eine Reise ins Erwachsenwerden und zu sich selbst.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.02.2017

Katharina Schantz hält Julia Zanges zweiten Roman für gelungen. Als Gesellschaftsporträt, in dem die Autorin "lebensecht" über alltägliche Homophobie, Konsum, Nazis, Brexit und Trump schreibt, und als Blick auf eine junge Frau zwischen radikaler Selbstbehauptung, Drogen, Familienhass auf der einen und Sensibilität, Goethe-Lektüre und Träumen von einem geregelten Leben auf der anderen Seite. Vor allem dieser ungeschminkte, plastische Blick hat Schantz gefallen, der sie ohne allzu krude Identifikationsaufforderung nah an die Figur heranführt. Am Ende ist die Rezensentin nämlich erleichtert, nicht in der Haut der Protagonistin zu stecken. Dass sie dennoch mitdenken muss, da Zange keine Antworten auf gesellschaftliche Probleme liefert, findet Schantz auch gut.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.12.2016

Die Figuren aus Julia Zanges neuem Roman "Realitätsgewitter" scheinen allesamt irgendwelchen Narzissmus-Foren entsprungen zu sein, stellt Rezensentin Meredith Haaf fest, die der jungen Autorin eine gelungene Zeitgeist-Diagnose verdankt. Zwar erscheint ihr Zanges Heldin Marla nicht eben durchschnittlich, und doch kann die Kritikerin an der jungen Berlinerin, die mit ihrem Smartphone wie mit einem Menschen kommuniziert oder ihre Einsamkeit über Facebook zu überwinden versucht, und gerade dadurch bewusst macht, all jene Widersprüche ablesen, in die sich das "vernetzte Selbst" verstrickt hat. Dass einige wenige Passagen literarisch nicht ganz so stark sind, verzeiht Haaf diesem so pointierten wie aktuellen Roman gern.
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