Frank Heer

Flammender Grund

Roman
Cover: Flammender Grund
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2005
ISBN 9783455027211
Gebunden, 191 Seiten, 17,95 EUR

Klappentext

Eine Postkarte, die zweiundneunzig Jahre zu spät kommt, führt Viktor Scheichenwartz zu einem aberwitzigen Trip ins Death Valley - um herauszufinden, was mit seinem Urgroßvater geschah. In der sengenden Hitze verschmelzen bald Wahn und Wirklichkeit, und Viktor gerät in einen fiebrigen Strudel der Ereignisse. Am Ende hat er weit mehr als nur einen Tankstellen-Überfall auf dem Gewissen. In Tecopa Hot Springs begegnet er der rätselhaften Kalifornierin Jade, deren überirdischem Zauber er rasch verfällt. Auf der Suche nach den Gebeinen des Vorfahren in einer Geisterstadt lernen sie den "Häuptling" kennen, einen exzentrischen Vietnam-Veteran, der das traurige Ende des Urgroßvaters kennt. Tags darauf findet Viktor auch dessen Grab - doch es ist leer. Als Jade unter mysteriösen Umständen verschwindet, heftet sich die Polizei an Viktors Fersen. Etwas ähnlich Bedrohliches geschah schon in Zürich, unmittelbar vor der Abreise nach Amerika. Nun zeigt sich, dass Scheichenwartz den Gesetzeshütern vielleicht entkommen kann - aber nicht den Dämonen der eigenen Vergangenheit.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.07.2005

"Unreflektiert cool und brutal, aber auch witzig und schön komponiert", findet Rezensent Gustav Mechlenburg dieses Romandebüt des Schweizer Schriftstellers und Musikers Frank Heer. Im Mittelpunkt der Geschichte sieht er den Deutschlehrer Viktor Scheichenwartz, der einen Mord begeht und nach Amerika flieht, wo er verschiedene Identitäten annimmt, dabei ständig auf der Flucht vor der Schweizer und der US-Polizei im Nacken, aber auch vor Gesprächen, Gefühlen und Problemen. Mechlenburg rät, beim Lesen die Tracks zu hören, die Heer mit dem Elektroduo Bingo Palace zusammen als Soundtrack zum Buch komponierte. "Die leichten, fast fröhlichen Klänge", findet er, "sind auch in dem Buch die wesentlichen."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2005

Klaus Ungerer lässt seinem beißenden Spott und seinem Unmut über Frank Heers Roman freien Lauf und fragt sich in seiner Besprechung wiederholt, wie "diese Bücher" entstehen. "Selten" hat er eine Geschichte voll mit derart "halluziniertem Gestrüpp" und "widerwärtigen Missständen" gelesen, stellt er kopfschüttelnd fest. Die Handlung, die einen Lehrer auf einer "aberwitzigen" Reise durch das Death Valley auf der Suche nach Spuren seines Urgroßvaters vorführt, bietet jede Menge "abgefahrener" und "total schräger" Erlebnisse, wird aber dabei in einer derart misshandelten Sprache dargeboten, dass dem Rezensenten nach eigenen Angaben " die Knöpfe vor Wut aus dem Hemd springen". Ungerer gibt zu, dass ihm in seinem Ärger eigentlich gar keine Besprechung im eigentlichen Sinne mehr gelingen kann, weil er sich derart "ereifern" muss, und schimpft unverzüglich weiter. Die Hauptfigur beschreibt er vernichtend als "pappenen Erzähler", dem durch einen "möglichst eintönigen" Erzählton wohl so etwas wie Authentizität verliehen werden soll. Zudem findet er bereits den Klappentext bis zur Unverständlichkeit nachlässig lektoriert. Die Dialoge, aus denen mit Lust zitiert wird, geißelt er als redundant und hölzern. Zudem hat er in dem Roman eine Fülle von unsinnigen Formulierungen und schiefen Bildern gefunden. Kurz: Er lässt an diesem Buch kein einziges gutes Haar.
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