Mit 20 Abbildungen. Zu Shanghais berüchtigtem Ruf als Metropole des Lasters, des Geldes und des Abenteuers passen die kaum bekannten Shanghaier Nationalsozialisten in bizzarer Weise. 1932 gründeten kaufmännische Angestellte die Osrtsgruppe der NSDAP gegen die Widerstände alteingesessener deutscher Firmenchefs, die nationalistisches Säbelrasseln im kosmopolitischen Shanghai nicht nur verspotteten, sondern als geschäftsschädigend ablehnten. NS-Gedankengut war durch Militärberater Chiang Kaisheks nach China gekommen - wahrscheinlich in Kooperation mit Himmler. Die Situation änderte sich jedoch in der Zeit des Dritten Reiches: Bald zählte die Partei 300 Mitglieder - bei einer Gesamtzahl von rund 2.400 Deutschen. Der NSDAP gelang es Zug um Zug, die Organisationen der Deutschen in Shanghai gleichzuschalten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.07.2000
Ralph Erbar weist in seiner Rezension darauf hin, dass die deutschen Funktionäre "umfangreiches Aktenmaterial 1945 gezielt vernichtet" haben. Dennoch habe die Autorin "akribisch" beschrieben, in welcher Zwickmühle die deutschen Kaufleute in Shanghai steckten: eingeklemmt zwischen NSDAP, chinesischen und japanischen Interessen. Es war sehr schlecht fürs Geschäft. Freyeisen habe mit ihrer Studie die Beziehungen zwischen Shanghai und dem Deutschen Reich "in den Grundzügen aufgearbeitet" resümiert Erbar. Doch kann sich seiner Ansicht nach das eine oder andere wissenschaftliche Werk durchaus noch an der Frage abarbeiten, inwieweit die Vorgänge in Shanghai "repräsentativ" für außereuropäische Metropolen waren.
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