Assaf Gavron

Ein schönes Attentat

Roman
Cover: Ein schönes Attentat
Luchterhand Literaturverlag, München 2008
ISBN 9783630872650
Gebunden, 352 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Hebräischen von Barbara Linner. Eitan Einoch hat in Tel Aviv bereits drei Anschläge überlebt, wurde als nationaler Held gefeiert, aber sein Leben gleicht seitdem einem Scherbenhaufen. Nachdem er Job und Freundin verloren hat, begibt er sich auf die Suche nach den Hintergründen für die Attentate. Dabei begegnet er dem Mann, der dafür verantwortlich ist. Beide erzählen in diesem, tragikomischen Roman ihre Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.07.2008

Thomas Scholz hat diesen Text mit Unbehagen gelesen. Und dies nicht etwa, weil Asaaf Gavron anhand zweier gegensätzlicher Charaktere, einem Israeli und einem Palästinenser detailliert den täglichen Wahnsinn in Tel Aviv schildert. Sondern weil das nicht ausreicht, der Erzählung Struktur zu verleihen. Dafür, erklärt Scholz, schweift der Autor zu oft ins Nebensächliche und Zufällige ab und lässt die Literatur auszeichnende Verdichtung und Intensivierung von Wirklichkeit vermissen. Erst als gegen Ende des Buches die Erzählstränge zusammenfinden, beginnt der Rezensent, sich etwas wohler zu fühlen. Leider gewinnen just dann plötzlich Elemente des Kriminalromans die Oberhand und schüren bei Scholz neue Zweifel an der "Kohärenz dieser Erzählung".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.03.2008

Näher könne ein Israeli einem Palästinenser nicht kommen, schreibt Rezensentin Annabel Wahba beeindruckt über dieses Buch, in dem ein nach einem misslungenen Anschlag schwer verletzter Selbstmordattentäter im Koma liegt. In dessen Gedankenwelt nun versetzt sich der israelische Autor, während israelische Ärzte den leblosen Körper des Mannes untersuchen. Der Autor Assaf Gavron stelle die Gedanken des gescheiterten Attentäters dann in dauerndem Perspektivwechsel den Erinnerungen eines seiner israelischen Opfer gegenüber, der schon drei andere Attentate überlebte. Den Landsleuten gilt er daher als Symbol jüdischer Unverwundbarkeit, weshalb er von Fahmi, dem Attentäter, ausgelöscht werden solle. Die Rezensentin beschreibt den Roman, der in Israel ein Bestseller gewesen sei, als abgründige Satire, die ihr ein sehr klares Bild von einer Gesellschaft vermittelt hat, die den andauernden Krieg mit Kräften aus ihrem Bewusstsein zu verdrängen versuche. Aber auch von einem Selbstmordattentäter, der leben wollte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.03.2008

Als beklemmend und sehr beeindruckend rühmt Stefana Sabin den dritten Roman des israelischen Autors Assaf Gavron. Er erzählt darin vom israelischen Computerspezialisten Eitan Einoch und dem palästinensischen Attentäter Fahmi, deren Geschichten zunächst nebeneinander herlaufen und sich dann gewaltsam kreuzen, erklärt die Rezensentin. Sehr eindrucksvoll und mit Einfühlungsvermögen für beide Seiten schildere der Autor aus jeweiliger palästinensischer und israelischer Perspektive die familiären und gesellschaftlichen Hintergründe, vor denen sich diese beiden Biografien entfalten und so gelinge es ihm, gleichermaßen die Realität in den palästinensischen besetzten Gebieten und im modernen Tel Aviv anschaulich vor Augen zu führen, lobt die Rezensentin. Gavron hält bis zur letzten Seite die "Spannung" aufrecht, die den Nahostkonflikt prägt, und er verzichtet dabei dankenswerter Weise auf jegliches Pathos, so Sabin eingenommen, die in diesem Roman auch so etwas wie den Appell an beide Seiten zur "Selbstbeherrschung" sieht.
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