Roy spricht in ihren Essays über religiöse und politische Ausgrenzung, über kulturelle wie wirtschaftliche Missstände. Sie befasst sich in ihren Essay mit den aktuellen Ereignissen der letzten Jahre - wie dem Pogrom gegen die Muslime in Gujarat 2002 oder den gewalttätigen Ausschreitungen in Mumbai 2008.
Einen erhellenden Blick auf Demokratie Indiens findet Thomas Hummitz in diesem Band von Arundhati Roy. Die Globalisierungskritikerin sucht in den zwischen 2004 und 2008 entstandenen Texten zu zeigen, wie die indische Demokratie durch wachsende Feindseligkeit gegenüber Muslimen und Globalisierung vom Scheitern bedroht ist. Das Bild friedfertiger Muslime in Indien, das Roy zeichnet, scheint Hummitz zwar ein wenig einseitig. Das ändert für ihn aber nichts daran, dass Indiens Muslime in den letzten Jahren zu Bürgern zweiter Klasse degradiert wurden, wofür die Autorin auch zahlreiche Belege liefert. Sie schildere unter anderm auch die von staatlichen Stellen tolerierten Pogrome von nationalistischen Hindus gegen Muslime im Frühjahr 2002 und zeige, wie Beweise gegen angebliche muslimische Attentäter gefälscht wurden. Ob tatsächlich ein Völkermord in der Luft liegt, wie Roy meint, vermag Hummitz nicht zu entscheiden. "Dies kann man als linksradikale Panikmache auffassen", schließt der Rezensent. "Oder aber als Warnung, die ein Handeln noch zulässt".
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