Grabmäler dienten im Rom der Frühen Neuzeit nicht nur dazu, die Erinnerung an bedeutende Vorfahren wachzuhalten. Sie boten vor allem auch die Möglichkeit, durch den Hinweis auf lange Traditionslinien Führungsansprüche in der Gegenwart und für die Zukunft zu untermauern. Der Band widmet sich den Grabmälern der gesellschaftlichen Eliten Roms und v. a. denen der Päpste und Kardinäle des 16. Jahrhunderts. Bei der Betrachtung stehen die Auftraggeber, die Künstler sowie die Bestatteten selbst im Blickpunkt. In den Beiträgen geht es um die gesellschaftliche Bedeutung des Grabmals, seine Rezeptionsgeschichte, seine liturgische Funktion sowie seine Form- beziehungsweise Stilgenese.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.07.2004
Recht angetan zeigt sich Olaf Rader von diesem Band, der Ergebnisse des von der Fritz-Thyssen-Stiftung geförderten und mit der Erforschung von römischen Papst- und Kardinalgräbern betraute Projekt "Requiem" vorstellt. Im Mittelpunkt des vorliegenden Bandes sieht er die Entschlüsselung der Formensprache von Monumenten aus der frühen Neuzeit sowie der Klärung ihrer Entstehungsbedingungen. Anhand der Grabmalskultur rekonstruiere der Band in exemplarischer Weise die Geschichte einer frühmodernen Herrschaftselite von ihren sozialen Strukturen her. "Ein weiter Bogen sozialgeschichtlich hinterfragter Kunstgeschichte", so resümiert der Rezensent, "wird hier äußerst spannend dargeboten."
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