Armin Eich

Politische Literatur in der römischen Gesellschaft

Studien zum Verhältnis von politischer und literarischer Öffentlichkeit in der späten Republik und frühen Kaiserzeit
Böhlau Verlag, Köln 2000
ISBN 9783412149994
Gebunden, 413 Seiten, 50,11 EUR

Klappentext

Politik ist traditionell auch ein Gegenstand der Literatur. Die Intensität jedoch, mit der politische Themen aus der literarischen Sphäre hinaustreten und Wirkung ausüben, hängt wesentlich von den jeweiligen gesellschaftlichen Bedingungen ab. In der althistorischen Forschung ist man häufig davon ausgegangen, dass die antike römische Gesellschaft der ausgehenden Republik und der frühen Kaiserzeit den Autoren politischer Literatur ein kulturelles Milieu bot, das der publizistischen Kultur der spätabsolutistischen Staaten und des bürgerlichen Zeitalters in vieler Hinsicht ähnelte. Deutlich wird dies durch die Verwendung einer spezifischen Terminologie: literarische Werke werden als "Publizistik" bezeichnet, Leser zu einer personifizierten "Öffentlichkeit" zusammengefasst, Regierungen "propagieren" ihre politischen Ordnungsvorstellungen oder üben "Zensur der öffentlichen Meinung" aus. Die auf diese Weise evozierten Vorstellungen waren der antiken römischen Gesellschaft jedoch fremd. In der Arbeit wird versucht, die Beziehungen zwischen politischer Literatur und gesellschaftlichem Umfeld aus den Quellen neu zu bestimmen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.11.2000

Wolfgang Will ist von der Studie zum frühen politischen Schrifttum in Rom recht angetan und lobt den Autor für seine aufschlussreichen Analysen. Das Buch gebe zu Herstellung, Verbreitung und Rezeption von politischen Schriften "viele sorgfältig recherchierten Informationen", lobt der Rezensent. Es legt überzeugend dar, dass politische Schriften kein Mittel der öffentlichen Meinungsbildung waren und somit auch die Zensur keine Rolle gespielt hat, so Will anerkennend. Allerdings kritisiert der Rezensent die "ermüdende Begriffs- und Sekundärliteraturdiskussionen" zu Beginn der Arbeit. Dennoch preist er die Studie als Ergänzung einer "wichtigen Perspektive" zur "archäologischen und epigraphischen Forschung" und findet, dass auch Thesen, denen nicht immer zuzustimmen ist - leider wird der Rezensent hier nicht konkreter - das "Verdienst nicht schmälern", das dem Autor mit dieser Untersuchung zuzusprechen ist.
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