Die Leidenschaft für das Reisen packte die Menschen bereits im Mittelalter. Anthony Bale erzählt von Pilgerinnen und Kaufleuten, Rittern und Spionen, die in fernen Ländern unterwegs waren. Getrieben von Fernweh und Abenteuerlust die einen, auf der Suche nach religiöser Erleuchtung oder Ruhm auf dem Kreuzzug die anderen. Für alle war die Reise lang und gefährlich, gute Vorbereitung und ein Reiseführer mit Tipps für Rast und Übernachtung und Hinweisen auf Gefahren waren unerlässlich. Die Reise führt uns in das von Touristen bevölkerte Venedig und nach Rhodos, Hotspot der Kosmopoliten und Adligen. Wir erkunden Konstantinopel und die heilige Stadt Jerusalem und gelangen bis in die sagenhaften Länder der Amazonen, Riesen und Fabelwesen, nach China und Tibet, Äthiopien, Java und Sumatra.Ein farbiges Panorama der mittelalterlichen Welt, wie sie von Europa aus erlebt und gesehen wurde - ein Buch wie ein Roman von Umberto Eco.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.08.2024
Rezensent Harald Eggebrecht freut sich, dass der Mittelalterhistoriker Anthony Bale ein so informatives wie unterhaltsames Buch zum Reisen im Mittelalter geschrieben hat: Er hat sich sogar selbst auf Reisen begeben und wie seine Vorbilder Krankheiten, Wetter und Insekten getrotzt. Große Mengen an Pilgern zum Beispiel haben sich von der Reise nach Rom bis zu 12.000 Jahre Nachlass im Fegefeuer erhofft, Kaufleute in Nahost reisten sicherer mit einer Frau an ihrer Seite, die Land und Leute kennt, erfahren wir. Bale bezieht zahlreiche Quellen mit ein und widmet sich auch den "Superstars spätmittelalterlicher Reiseliteratur" wie Sir John Mandeville und Marco Polo, um nicht nur den westlichen Blick, sondern auch den Blick auf den Westen darzustellen, führt Eggebrecht an. Eine kurzweilige Lektüre, resümiert er.
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