Aus dem Französischen von Alexandra Baisch. Ende der 1930er Jahre verlässt das Starlett Lorna del Rio nach dem Tod ihres Mannes mit ihrer sechsjährigen Tochter Jessie überstürzt Hollywood. Sie flüchten in den großen Nordwesten, Richtung Yukon und Alaska. Ihre Reise führt sie durch ein Land, das von Legenden geprägt ist: Legenden der First Nations und der indigenen Bevölkerung, der Goldsucher, Kopfgeldjäger und Trapper, der Western, Märchen und Abenteuerromane. Ausgestattet mit einer mysteriösen Karte, dem gestohlenen Geld von Jessies verstorbenem Vater und einem Gewehr stellen sich Mutter und Tochter der Wildnis und ihrer eigenen Vergangenheit. Schutzlos der Natur ausgeliefert und verfolgt von Kopfgeldjägern rettet die Begegnung mit Kaska, einer Indigenen der Gwitch'in First Nations, ihr Überleben. Doch was verbirgt Lorna, die mit jeder Station der Reise ihren Namen wechselt und neue Geschichten über ihre Herkunft erfindet? Und warum denkt das FBI, es müsste Jessie finden und retten?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.01.2022
Rezensentin Lena Bopp bekommt mit Anne-Marie Garats Roman eine vielschichtige, im Alaska der 1930er Jahre spielende Geschichte über Familiengeheimnisse, doppelte Wahrheiten und Kontrollverlust über das eigene Sein, erzählt aus rasch wechselnden Perspektive in Vor- und Rückblenden, vor allem aber aus der Sicht einer jungen Frau, die das als Kind Erlebte rekapituliert. Eine bei uns eher unbekannte französische Autorin mit Faible für historische Stoffe und komplexe Familiengeschichten ist zu entdecken, meint Bopp. Auch wenn die Lektüre Aufmerksamkeit erfordert und Wilderer und Schamaninnen die Handlung mit Mystik aufladen, war es eine für die Rezensentin höchst lohnende Lektüre.
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