Aus dem kanadischen Englisch von Thomas Brückner. Die Bewohner des kleinen Städtchens haben einen ausgeprägten Familien- und Nachbarschaftssinn und sind bewandert in Überlebenstechniken wie der Jagd. Aber es gibt auch Konflikte zwischen den Generationen, zwischen Traditionalisten und Erneuerern, Probleme mit Alkohol und eine hohe Suizidrate. Dann droht plötzlich neues Ungemach: Im beginnenden Winter fällt der Strom aus, der spärliche Kontakt zur weit entfernten Außenwelt bricht vollständig ab, die Vorräte schwinden. Damit die Einwohner nicht in Panik geraten, muss der Gemeinderat ständig abwägen, wie viel Wahrheit ihnen zuzumuten ist und wie die Vorräte gerecht rationiert werden können. Aus dem Nichts taucht in dieser angespannten Situation ein unbekannter weißer Ranger auf, der um Einlass in die indigene Gemeinschaft bittet. Schnell stellt sich heraus, dass ihm nicht zu trauen ist, denn er treibt gefährliche Machtspiele...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2021
Rezensent Tilman Spreckelsen wirkt etwas verhalten gegenüber Waubgeshig Rices Roman über ein First-Nations-Reservat im Norden Kanadas, in dem nach einem Stromausfall auf einmal die Grundversorgung weg- und das Chaos ausbricht. Wie der Autor, der hier in einer Linie mit Autoren wie Richard Wagamese und Richard van Camp stehe, das Reservat als scheinbar auf Dauer und Autonomie ausgelegtes, dann aber doch sehr "fragiles Gebilde" freilegt, scheint ihm zuzusprechen. Wie dann aber ein bulliger, machthungriger Weißer in die Kommune eindringt die Menschen zurechtweist, scheint sich bei ihm eher in die Tendenz des Romans zur schematischen Darstellung einzuordnen. Daher immerhin "konsequent" sei wiederum das utopische Ende des Romans, erkennt Spreckelsen an - wobei er abschließend Zweifel äußert, ob die dort nahegelegte "strikte Trennung" der Ethnien wirklich die Utopie sein sollte.
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