Die Geschichte der Indianer beginnt zwar vor rund 16.000 Jahren, doch mit der Ankunft der Weißen im 15. Jahrhundert ändert sich alles für die indigenen Völker auf dem nordamerikanischen Kontinent. Heike Bungert, die zu den führenden deutsche Kennerinnen gehört, hat mit diesem Buch eine kompetente Darstellung auf dem neuesten Stand der Forschung geschrieben, die sich fernhält von romantischen Klischees und stattdessen auch die aktive Rolle der Indigenen in den Blick nimmt. Heike Bungert schildert in dieser Gesamtdarstellung die Geschichte der indigenen Kulturen Nordamerikas, die Begegnung der Indianer mit den Euroamerikanern, die Vertreibung und den Versuch der Zerstörung indigener Gesellschaften, aber auch den Widerstand der Indianer.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.10.2020
Rezensent Harald Eggebrecht weiß es zu schätzen, dass Heike Bungert in ihrem Buch über die Geschichte der indigenen Nationen in den USA nicht romantisiert oder paternalisiert. Wenn der Leser am Ende von Bungerts Darstellung von indianischen Adaptionen von Lebens- und Kulturpraktiken, der Rolle indigener Frauen und des "euroamerikanischen Indianerbilds" Melancholie empfindet, könnte das auch an Karl May liegen, mutmaßt der Rezensent. Über den Stand der Forschung zur Geschichte der Indianer und die "panindianischen Wiederbelebungsversuche" nach '45 informiert der Band Eggebrecht eingehend. Am Ende wird das Buch den Fakten gemäß natürlich dennoch zu einer Geschichte der Verdrängung und Vertreibung, stellt der Rezensent fest.
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