Aus dem Amerikanischen von Christoph Schuler. Auf einer Reise in den hohen Norden Kanadas trifft Joe Sacco die einheimischen Dene. Heute droht das Volk zwischen dem Zwang zu wirtschaftlichem Fortschritt und dem Wunsch, zu einem traditionellen, naturnahen Leben zurückzukehren, aufgerieben zu werden. Joe Sacco berichtet über die Ausbeutung der Bodenschätze, die Träume der jüngeren Generation und ein Schulsystem, das den Kindern erst ihre Eltern und dann ihre Jugend geraubt hat, um sie sesshaftzu machen und zur Integration in die Kultur der Weißen zu zwingen.
Rezensent Ralph Trommer ist berührt von Joe Saccos Comicreportage, in der der Comicautor von der Verfrachtung junger indigener Kanadier, genannt Dene, in christliche Internate als Teil der Kolonisierung Kanadas berichtet. Trommer erklärt, dass Sacco für sein Projekt vor Ort recherchiert und mit Zeitzeugen gesprochen habe, deren ganz unterschiedliche Erfahrungsberichte und Ansichten er in seinem Comic wiedergebe. Illustriert würden diese durch feine, stellenweise ironisch überspitzte Tuschezeichnungen, die "subtile Charakterporträts" schaffen, lobt Trommer. Eine anschauliche Comicreportage in "unaufgeregtem Erzählrhythmus", die trotz der Reporterperspektive eine "große Nähe" zu den Dene herstelle, schließt der bewegte Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.07.2020
Rezensent Thomas Steinaecker ist dem Comicartisten Joe Sacco dankbar, dass er ihm das kanadische Volk der Dene bekannt macht. Dass der für seine realistischen, politisch kritischen Bebilderungen von Minderheitskonflikten bekannte Autor eine überzeugende Form für den Clash der kanadischen Indigenen mit der westlichen Kultur findet, möchte Steinaecker jedoch nicht behaupten. Zu episodisch erscheint ihm die auf komplexe Zusammenhänge abhebende Erzählung, zu wenig spiegelt die Bildsprache im Comic diejenige der Indigenen wider, meint der Rezensent. Außerdem kommt es im Buch mitunter zu einer Idealisierung der Dene, die dem Projekt nicht gut tut, findet Steinaecker.
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