Aus dem Französischen von Nicola Denis, Felix Mayer, Bettina Sund und Volker Zimmermann. Mit einem Vorwort von Elisabeth Raether. Frankreichs jüngster Präsident gilt als unnahbar, aber er versteht sein Volk wie kaum ein anderer. Wer ist dieser Mann, der scheinbar aus dem Nichts kam? Was prägte ihn? Wer sind die Menschen an seiner Seite? Welche Rolle wird er für Deutschland und in Europa spielen? Anne Fulda zeichnet das Porträt eines charismatischen, ehrgeizigen Mannes, der es ohne den Rückhalt einer Partei ganz nach oben geschafft hat und von dem niemand so recht weiß, wofür er politisch steht. Der ehemalige Wirtschaftsminister und frühere Investmentbanker verfügt über ein exzellentes Netzwerk, mit dessen entscheidenden Protagonisten Anne Fulda gesprochen hat: Von den Eltern in Amiens, einer Provinzstadt im Norden Frankreichs, über die Wegbegleiter aus der Eliteschule in Paris bis hin zu David de Rothschild oder François Hollande im Elysée-Palast. Ihre wichtigste Zeugin aber ist Brigitte - Macrons frühere Lehrerin, über 20 Jahre älter und die Liebe seines Lebens.
Für Rezensent Alexander Cammann ist Anne Fuldas Macron-Biografie aus mehreren Gründen die perfekte Urlaubslektüre. Zum einen, weil sich allein die Lebensgeschichte des französischen Präsidenten wie ein Roman von Balzac, Stendhal oder Flaubert liest, findet der Kritiker. Fulda verkläre Macron nicht, arbeite aber doch seine Faszination heraus. Nicht zuletzt hat Cammann hier einen "offenherzigen Gesellschaftsroman" über die heutigen französischen Eliten gelesen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.06.2017
Nein, als DIE Biografie über Macron möchte Rezensent Helmut Mayer Anne Fuldas Buch dann doch nicht bezeichnen, dafür geht die Autorin zu wenig auf Macrons politischen Ziele ein, meint der Rezensent. Und sie spielt ihren Hang zum Psychologisieren und zur christlichen Ikonografie stellenweise zu arg aus, wenn sie (erfolglos) nach dunklen Flecken in der Biografie des Franzosen fahndet, findet Mayer auch. Den Erkenntniswert des Ganzen schätzt der Rezensent daher eher gering ein, wenngleich mit Macron ein außergewöhnlicher Mensch zu besichtigen ist, wie er zugibt.
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