Anne Enright

Anatomie einer Affäre

Roman
Cover: Anatomie einer Affäre
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2011
ISBN 9783421045409
Gebunden, 311 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Petra Kindler und Hans-Christian Oeser. Es ist nicht Liebe auf den ersten Blick, als Gina den Familienvater Sean Vallely bei einem Gartenfest kennenlernt. Doch dann treffen sie sich zufällig wieder, trinken zu viel, landen im Bett - und verfallen einander. So beginnt eine verhängnisvolle Affäre, die jahrelang vor den Ehepartnern geheim gehalten wird. Anfangs eine Beziehung voller Leidenschaft und Glück, hält langsam das Schweigen Einzug, Gewissensbisse, Vorwürfe, Schuld - ist es Liebe? Und darf man für diese Liebe das Seelenheil seines Kindes opfern?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.01.2012

Anne Enrights Roman "Anatomie einer Affäre" ist für Christoph Schröder das beste Beispiel dafür, dass es in der Literatur nicht auf das Sujet ankommt, sondern wie man es gestaltet. Die irische Autorin erzählt hier die nicht eben neue Geschichte von einer auffliegenden Affäre und ihren Folgen, so der Rezensent, der sich aber nicht nur von der erfrischend unsentimentalen Perspektive der Ich-Erzählerin einfangen lässt, sondern auch von der Verknüpfung der Liebesgeschichte mit zwei weiteren Erzählebenen, der irischen Wirtschaftskrise und der "Institution Familie". Enright empfiehlt sich dem eingenommenen Rezensenten als vielschichtige Autorin, die ihr Thema witzig anpackt und auch rechtzeitig, bevor die Schilderung auch dieser Liebe in alltägliche Banalität umschlägt, aufzuhören weiß, wie er lobt.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.12.2011

Nach der Lektüre von "Anatomie einer Affäre" weiß Rezensentin Felicitas von Lovenberg einmal mehr, warum Anne Enright längst zu renommiertesten Autorinnen ihrer Generation gehört. Auch in ihrem neuen Roman scheue sich die irische Autorin nicht in die Abgründe der menschlichen Seele zu schauen, so die Kritikerin. Sie begegnet hier Enrights zynischer und wenig sympathischer Ich-Erzählerin Gina, die eine Affäre mit dem verheirateten Sean begonnen hat und sich dabei vor allem mit dessen frühreifer, an Epilepsie erkrankter Tochter auseinandersetzen muss. Enright erzähle diese Geschichte ungeschönt und ohne moralische Beurteilungen und zeige, dass hinter der romantischen und geheimnisvollen Fassade einer Affäre meist "Verlorenheit, Ratlosigkeit und Schuldgefühle" stecken. Zugleich hat sich die Rezensentin bei der Lektüre dieses ebenso emotional unerbittlichen wie "temperamentvollen" Romans bestens amüsiert.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de