Keith Ridgway

Normalzeit

Erzählungen
Cover: Normalzeit
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2007
ISBN 9783803132093
Gebunden, 240 Seiten, 19,50 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Jürgen Schneider. Ungewöhnliche Geschichten von ebenso skurrilen wie normalen Menschen, aus einem Irland fern der Postkartenidylle. Der irische Autor Keith Ridgway erzählt von Menschen, die sich alles andere als zielstrebig durch ihren Alltag bewegen, die den Irrungen und Wirrungen der Liebe erliegen, denen Wollust oder religiöse und andere Obsessionen den Sinn vernebeln: eine Frau, die sich von einem bodenständigen Pfarrer ihre religiösen Visionen nicht ausreden läßt, ein männliches Liebespaar, bei dem sich die Sprache als Hindernis erweist, ein Vater, der beinahe sein Kind umbringt, ohne es eigentlich zu bemerken, ein mysteriöser Fremder, der in der Szene der jungen und hippen Dubliner für Angst und Schrecken sorgt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 27.09.2007

Als "ungewöhnlich" lobt Rezensent Hans-Peter Kunisch diesen Erzählband, dessen überraschendste Momente aus seiner Sicht immer wieder die beschriebenen Menschen sind. Exzentrik, Sinn fürs Abseitige und scharfe Beobachtungsgabe zeichnen der Beschreibung des Rezensenten zufolge die Erzählungen des 1965 geborenen Iren aus. Zwar seien nicht alle Erzählungen gleich gelungen. Der Rezensent bleibt dennoch grundsätzlich gewogen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.03.2007

Nichts als Pappkameraden sieht Sabine Brandt in den Figuren des Erzählbandes von Keith Ridgway. Dass der Autor Ire ist, macht Brand zunächst neugierig auf die erzählten Lebenswelten, schnell muss sie jedoch einsehen, dass es so etwas in diesem Buch gar nicht gibt. Wie Allerweltsfiguren erscheinen ihr die auftretenden Charaktere, die in den Geschichten vor allem mit dem Verständnis untereinander und ihrer selbst zu kämpfen haben. Wo aber der Lebenshintergrund so stark wie hier in den Hintergrund rückt, findet Brandt, kann Handeln nicht mehr verstanden werden. Die dem Autor zugestandene Meisterschaft, "menschliche Seelen zu entblößen", tritt für die Rezensentin vor diesem Makel zurück.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.03.2007

Für Florian Welle teilt sich dieser Band mit Erzählungen von Keith Ridgway recht ordentlich in eine Hälfte mit geglückten und eine andere Hälfte mit schwächeren Geschichten. Gleichzeitig stellt er fest, dass das, was er bei den Texten zunächst für einen Nachteil gehalten hat, tatsächlich einen großen Vorzug des irischen Autors darstellt. Wenn Ridgway seine Figuren nämlich nur andeutet ohne ihren Charakter detailliert auszuführen, gelinge es ihm, sie durch den Verzicht auf alle Klischees mit echtem Leben zu füllen. Denn gerade das nicht Erzählte, die Leerstelle ist für den Rezensenten das passende Instrument, um den grenzgängerischen Protagonisten des Autors, die sich allesamt in Zwischenreichen von Leben und Tod oder Realität und Wahn aufhalten, gerecht zu werden.
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