Klappentext

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Arno Barnert. 1959 lernen sich Günter Grass und Uwe Johnson auf der Frankfurter Buchmesse kennen, kurz nach Erscheinen der "Blechtrommel" und der "Mutmassungen über Jakob". 1960 halten sie gemeinsame Lesungen. Ihr Briefwechsel beginnt 1961 und endet 1984 mit Johnsons Tod. Mit dem Umzug der Familie Johnson nach New York, Mitte der sechziger Jahre, setzt die intensivste Phase der Korrespondenz von Uwe Johnson mit Günter und mit Anna Grass ein. Die vorliegende Ausgabe präsentiert den gesamten Briefwechsel: über 80 Briefe, Postkarten, Telegramme, ergänzt durch Anmerkungen, Materialien und einen umfangreichen Bildteil.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.12.2007

Von Respekt, wenn nicht Bewunderung, war die Freundschaft der beiden deutschen Großschriftsteller Uwe Johnson und Günter Grass geprägt - nicht zuletzt waren die beiden fast zehn Jahre lang auch Nachbarn im Berliner Stadtteil Friedenau. Von wirklicher Nähe und Intimität zeugt der nun vorliegende Briefwechsel freilich nicht, stellt der Rezensent Michael Braun fest. Von Verstimmungen blieb die Beziehung nicht verschont und Grass' Bemerkung im Scherz, er habe in sein Exemplar der "Mutmaßungen über Jakob" die nach dem Willen des Autors eigensinnig ausbleibenden Kommata eigenhändig eingefügt, hatte als Spätfolge, so begreift es jedenfalls Braun, den Bruch der Freundschaft zur Folge. Grass aber blieb dem einstigen Freund durchaus treu, bis hin zum Angebot an Siegfried Unseld, Johnson heimlich ein New-York-Stipendium zu bezahlen. Verblüffender freilich als den Briefwechsel der beiden findet der Rezensent den zwischen Johnson und Günter Grass' erster Frau Anna. Hier sei Johnson ganz anders zu erleben, "locker" nämlich und "herzlich".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.10.2007

Rezensent Helmut Böttiger begrüßt diesen Briefwechsel zwischen Uwe Johnson und Günter Grass, den Arno Barnert herausgegeben und kommentiert hat. Die Korrespondenz verdeutlicht für ihn, wie nah die beiden Schriftsteller in ihren Anfängen beieinander lagen, etwa hinsichtlich ihrer Mentalität, ihrer schriftstellerischen Vorstellungen oder ihrer politischen Einstellungen, auch wenn die Gemeinsamkeiten oft nicht unmittelbar zum Ausdruck kommen. Barnerts eingehender Kommentar bietet zur Freude Böttigers geradezu zu diesem Punk viel zusätzliches Material. Die Hochzeit der Freundschaft zwischen Grass und Johnson sieht Böttiger in den sechziger Jahren, danach hätten die Empfindlichkeiten zugenommen, ohne dass es jedoch zu einem Bruch gekommen wäre. Er hebt hervor, dass dieser Briefwechsel eigentlich ein Briefwechsel zu dritt war, spielt doch Anna Grass, die erste Frau des Schriftstellers, eine wichtige Rolle. Erstaunlich scheint es Böttiger, wie unbefangen sich der eher zurückhaltende Johnson gegenber Anna Grass zeigt.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de