Herausgegeben von Gabriele Ewenz. Seit langem sind die erzählerischen und lyrischen Wortmeldungen Jürgen Beckers im Bewusstsein der literarischen Öffentlichkeit fest verankert. Aus mehr als fünf Jahrzehnten stammt ein eigensinniges und polyphones Werk, das immer auch im historischen Kontext und in seiner Korrespondenz mit den Nachbarkünsten gesehen werden will: Malerei, Musik, Fotografie sind Elemente, die sich direkt in das poetische Werk des Autors eingeschrieben haben. Parallel dazu hat sich Jürgen Becker immer auch in reflexiver Form mit poetologischen Fragestellungen und zeitgenössischen Positionen in den verschiedenen Künsten auseinandergesetzt. Erhellend sind seine Rezensionen amerikanischer Literatur, insbesondere der Lyrik, die seine eigene Schreibweise beeinflusst hat. Daneben stehen Beckers Positionen in der Beschäftigung mit Büchern u. a. von Uwe Johnson, Peter Handke, Peter Weiss und Günter Grass. Gabriele Ewenz' Edition macht diese Texte erneut zugänglich. Sie werden flankiert von Gesprächen und Reden, in denen sich Becker dezidiert über biografische Aspekte sowie gattungsspezifische Fragestellungen im Kontext seines Werkes äußert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.10.2018
Martin Oehlen liest Jürgen Beckers Büchnerpreisrede wieder nebst allerhand anderem in diesem Band mit Aufsätzen, Reden und Gesprächen. Vor allem Beckers Ansichten über Bücher und Kunst kommen in der von Gabriele Ewenz herausgegebenen Sammlung vor, erklärt Oehlen. Dass sich der Autor nicht wie Böll politisch äußert, Politik nur in seiner Dichtung "aufscheint", findet er verzeihlich. Dafür erschließt Becker dem Rezensenten in dem ein oder anderen Text frische literarische Stimmen und Formen.
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