Anna Freud-Bernays

Eine Wienerin in New York

Die Erinnerungen der Schwester Sigmund Freuds
Cover: Eine Wienerin in New York
Aufbau Verlag, Berlin 2004
ISBN 9783351025663
Gebunden, 272 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Christfried Tögel. Anna Freud-Bernays war eine vielseitig interessierte, selbständige Wienerin. Aufgewachsen in Österreich, wanderte sie 1892 34-jährig zusammen mit Mann und Kindern nach New York aus. Ihr Mann wurde ein erfolgreicher Unternehmer an der Getreidebörse, die Grundlage für ein großzügiges Familienleben in einem offenen Haus mit Vortragsabenden und Geselligkeiten, in die immer auch die fünf Kinder einbezogen wurden. Im August 1914 entkam sie nach einem Aufenthalt in der Schweiz nur knapp dem Beginn des 1. Weltkriegs. Ein Kommentar von Christfried Tögel ergänzt das Erzählte durch unveröffentlichtes Archivmaterial.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.09.2004

Als in eigentlich jeder Hinsicht der Veröffentlichung nicht wert erscheinen der Rezensentin Kathrin Kommerell diese Erinnerungen der Freud-Schwester Anna Bernays. Und überhaupt sei schon der Titel eine unseriöse Schwindelei: den suggerierten Doppelnamen hat die Autorin nie getragen, mit Sigmund Freud hatte sie wenig zu tun und legte ganz offenkundig auch keinen Wert darauf. Recht früh zog sie in die USA und von den Treffen, die es danach noch mit dem berühmten Bruder gab, erfährt man überhaupt nichts. Bleibt natürlich noch das Leben der Autorin selbst, beziehungsweise seine autobiografische Schilderung. Die freilich ist, so Kommerell, ganz und gar "banal, naiv und unreflektiert" ausgefallen. Vom Tod der Schwestern im KZ etwa erfährt man nur aus der Zeittafel am Ende. Sonst: "Was eben so vorgekommen ist in ihrem Leben."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.06.2004

Von diesem Band, warnt der mit "rox" zeichnende Rezensent, sollte man sich keine "wichtige Randbemerkungen über die geistige Entwicklung des berühmten Bruders" erwarten. Sigmund Freuds Schwester Anna habe lediglich - mit fast "kindlicher Naivität" und "ohne jede literarische Ambition" - die Erinnerungen an ihre bewegte Existenz niedergeschrieben, zuerst in Wien, dann als Emigrantin in New York "an der Seite eines schwierigen Ehemanns, zwischen zwei Kulturen und inmitten einer immer größer werdenden Familie". Im Anhang des Bandes, dessen Neuauflage Christfried Tögel, dem Leiter des Sigmund-Freud-Zentrums in Uchtspringe, zu verdanken ist, finden sich neben etlichen Familienbriefen auch ein "längeres Porträt" des Bruders, das Anna 1940 verfasst hat und zu dem sich der Rezensent nicht weiter äußert.

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