Napoleon war nicht der erste und auch nicht der letzte, der sich auf einen aussichtslosen Krieg in einem Land einließ, von dem er nichts wusste. Im Sommer 1812 überfällt er Russland, um Zar Alexander in die Knie zu zwingen, der ihm die Vorherrschaft in Europa streitig macht. Der erfolgsverwöhnte Kaiser rechnet mit einer siegreichen Entscheidungsschlacht. Aber ein Großteil seiner Truppe ist den Strapazen des mehr als 2000 Meilen langen Marsches nicht gewachsen; Hunger, Krankheiten, Desertionen und ungewöhnlich verlustreiche Schlachten dezimieren das aus den unterschiedlichsten Nationen zusammengesetzte Riesenheer. Nach dem Brand von Moskau bleibt Napoleon nichts anderes übrig als der Rückzug seiner völlig zerrütteten Armee, der in der Katastrophe an der Beresina endet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.05.2008
Rundum zufrieden scheint Rezensent Gustav Seibt mit dieser Darstellung von Napoleons gescheitertem Russlandfeldzug zu sein. Die in New York lebende französische Historikerin macht für ihn klar, dass dieser Krieg für Napoleon schon lange vor der Zerstörung Moskaus verloren war. Die Autorin halte sich nicht groß mit der Vorgeschichte auf, sondern springe schnell mitten ins Geschehen. Besonders unterstreicht Seibt die bei Muhlstein dominierende, auf der Auswertung zahlloser Quellen basierende "Nahsicht" der Ereignisse, die Schilderung des täglichen Kriegsgeschehens. Im Zentrum des Werks sieht er die vier Wochen, die Napoleon mit der Armee in Moskau verbrachte. Hier vermittelt die Autorin für ihn ein "grausiges Bild von der Menschennatur im Ausnahmezustand".
Als "kleines Meisterwerk" lobt Rezensent Volker Ullrich diese historische Studie über Napoleons gescheiterten Russlandfeldzug im Jahr 1812. Aus seiner Sicht nämlich hat kaum jemand je dessen wahnwitzige und tragische Geschichte so "packend und anschaulich" geschildert, wie nun die in New York lebende französische Historikerin. Anka Muhlstein verbinde sorgfältige Kenntnisse von Quellen und Fachliteratur mit einem ausgeprägten Gespür für Dramatik und interessante Details. So kann ihm diese Autorin höchst eindrucksvoll die völlig neue Art der russischen Kriegsführung schildern, an der Napoleon und seine Armeen aufgerieben wurden, aber auch interessante Details aus dem Soldatenalltag dieses Krieges. In gewisser Weise ist aus Sicht des Rezensenten diese historische Studie sogar das französische Gegenstück zu Leo Tolstois Roman "Krieg und Frieden".
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