Aus dem Englischen von Antoinette Gittinger, Enrico Heinemann, Ursula Held und Ursula Pesch. Wie geht man damit um, wenn die eigenen Kinder ganz anders sind als man selbst, was bedeutet das für sie und ihre Familien? Der Bestsellerautor Andrew Solomon hat mit über 300 Familien gesprochen, deren Kinder am Down-Syndrom oder an Schizophrenie leiden, Autisten, taub oder kleinwüchsig sind. Ihre Geschichten sind einzigartig, doch ihre Erfahrungen des "Andersseins" sind universell. Sie alle eint großer Mut, bewundernswerte Kraft und eine enorme Lebensfreude, die uns tiefen Respekt abverlangen. "Weit vom Stamm" ist ein Buch über das Elternsein, über die Kraft der Liebe, aber auch darüber, was unsere Identität ausmacht und wie sehr wir über uns hinauswachsen können. Es zeigt uns unsere Grenzen auf und schärft unser Bewusstsein über wahre Toleranz und Moral.
Die knapp eintausend Seiten, die Andrew Solomons Buch "Weit vom Stamm" umfasst, können eingefleischte Überzeugungen über pränatale Diagnostik und das Leben mit "Kindern, die den Standard sprengen", gehörig ins Wanken bringen, warnt Dorion Weickmann. Die Aussage, dass man kein eindeutiges Urteil in solchen Fragen treffen könne, mag nach wie vor gelten, aber es macht schon einen gehörigen Unterschied, die vielen Geschichten von betroffenen Familien zu kennen, die Solomon versammelt hat, meint die Rezensentin. Ohne jede Polemik beschreibt der Autor dazu die möglichen Folgen einer frühzeitigen Selektion und späterer "Korrekturen" und ergänzt diese Überlegungen durch einen Blick auf die medizinische Forschungsgeschichte, lobt Weickmann.
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