Herbst 2009. Sandra Roth ist im neunten Monat schwanger. Mit Lotta, einem Wunschkind, die Vorfreude der Familie ist groß. Doch bei einer Routineuntersuchung erfährt sie, dass das Gehirn ihrer Tochter nicht mit ausreichend Blut versorgt wird. Welche Konsequenzen diese Gefäßfehlbildung für das Leben von Lotta haben wird, können die Ärzte nicht vorhersagen. "Lotta Wundertüte: Man weiß nie, was drin ist", sagt einer. Wie lebt es sich mit einem behinderten Kind in einer Gesellschaft, die alles daransetzt, Behinderungen und Krankheiten abzuschaffen? Wie reagieren Freunde, Nachbarn, Kollegen? Und was wird Lotta für ein Leben haben - eingeschränkt, ausgegrenzt? Oder angenommen und geliebt? Sandra Roth erzählt von den ersten drei Jahren mit Lotta, Jahre voller Kämpfe, Überraschungen, Leid und Glück, an deren Ende wir eine lächelnde Lotta im Kindergarten erleben.
Sandra Roths Buch "Lotta Wundertüte" hat die Rezensentin Ursula März zum Nachdenken gebracht. Die Autorin erzählt darin die Geschichte ihrer Tochter Lotta, der kurz vor der Geburt eine Gefäßfehlbildung diagnostiziert wurde, die, rechtlich betrachtet, eine Abtreibung legitimiert hätte, erklärt März. Da die Ärzte aber nichts über die Art und Schwere einer eventuellen Behinderung sagen konnten, entschied sich Roth für das Kind, berichtet die Rezensentin. Lotta ist laut Behindertenausweis zu hundert Prozent behindert, sie kann nicht alleine sitzen und leidet unter einer Seheinschränkung und Epilepsie. Ohne moralische Überheblichkeit, dafür einfach sehr, sehr ehrlich schildert Roth das Leben mit Lotta, so März, für die das Buch einen wichtigen Beitrag zu der Debatte um "das Recht auf Leben unter den Bedingungen der Pränataldiagnostik" leistet.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…